Wissenschaft: Erholung in freier Natur immer seltener

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Erholung in freier Natur immer seltener

Menschen in den Industrieländern zieht es zur Erholung immer seltener ins Grüne. Seit den 1980er Jahren seien die Besuchszahlen in den spanischen, japanischen und amerikanischen Nationalparks um 18 bis 25 Prozent gesunken.

dpa WASHINGTON. Menschen in den Industrieländern zieht es zur Erholung immer seltener ins Grüne. Seit den 1980er Jahren seien die Besuchszahlen in den spanischen, japanischen und amerikanischen Nationalparks um 18 bis 25 Prozent gesunken.

Das berichten Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; online vorab veröffentlicht). Als möglichen Grund sehen Oliver Pergrams von der Universität von Illinois und seine Kollegin Patricia Zaradic vom Environmental Leadership Program die sogenannte Videophilie, also die wachsende Vorliebe für die elektronische Zerstreuung zu Hause.

Zaradic und Pergrams hatten Besucherdaten aus Naturparks in den USA, Japan und Spanien analysiert, die über ein Jahrhundert hinweg gesammelt wurden. Nachdem die jährlichen Parkbesuche pro Kopf zunächst rund 50 Jahre lang stetig angestiegen waren, begann zwischen 1981 und 1991 in allen analysierten Ländern ein merklicher Rückgang. Im Schnitt sinke die Besuchszahl um rund ein Prozent pro Jahr, der Rückgang summiere sich bislang auf etwa 18 bis 25 Prozent.

Die Auswertung der Zahl ausgestellter Lizenzen zum Jagen, Zelten und Wandern zeigte auch, dass fast alle diese Aktivitäten seltener geworden sind. Nur Tageswanderungen, die jedoch nur einen kleinen Teil der Naturparkbesuche ausmachten, seien in den US-Parks etwas häufiger geworden. Alle verfügbaren Belege deuteten auf eine fortgesetzte fundamentale Verlagerung weg von der Natur als Erholungsfaktor. Dies drohe auch das Interesse nachfolgender Generationen an Natur und Artenvielfalt zu schmälern.

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