Wissenschaft
Erneut Daten gefälscht? - Universität prüft Studie zu Klonwölfen

Die vor zwei Wochen von Südkoreanischen Forschern vorgestellte Studie über erstmals geklonte Wölfe könnte der Seouler Nationaluniversität (SNU) zufolge gezielt manipuliert worden sein.

dpa SEOUL. Die vor zwei Wochen von Südkoreanischen Forschern vorgestellte Studie über erstmals geklonte Wölfe könnte der Seouler Nationaluniversität (SNU) zufolge gezielt manipuliert worden sein. Eine Untersuchung der Daten sei eingeleitet worden, teilte die Universität, an der die Forscher arbeiten, am Montag mit.

Das Team um den Tiermediziner Lee Byeong Chun stehe im Verdacht, eine höhere Erfolgsquote angegeben zu haben, als bei dem Klonexperiment tatsächlich erzielt worden sei. Auch könnten die Ergebnisse falsche Informationen über die vorgenommene DNA-Analyse an den Wölfen enthalten.

Lee war Mitglied des Teams um den später als Fälscher entlarvten Klonexperten Hwang Woo Suk, der im August 2005 mit „Snuppy“ den ersten Klonhund vorgestellt hatte. Während zwei Studien Hwangs zu embryonalen Stammzellen als Fälschung entlarvt wurden, hatte sich „Snuppy“ tatsächlich als Klon erwiesen. Hwang wurde später aus dem Hochschuldienst entlassen.

Lee räumte ein, dass falsche Zahlen in der Studie veröffentlicht wurden. Dies sei jedoch nicht mit Absicht geschehen. „Es war ein simpler Rechenfehler“, wurde Lee von der Zeitung „The Korea Herald“ zitiert. Er sei sich der Empfindsamkeit der Menschen und der Medien bei Fehlern in solchen Forschungsstudien bewusst. Lee habe das Fachjournal „Cloning and Stem Cells“ gebeten, eine Korrektur der Studie vorzunehmen, teilte ein Hochschulvertreter in Seoul mit. Dort waren die Daten in der Märzausgabe (Bd. 9, S. 130, Doi 10.1 089/clo.2006.0 034) veröffentlicht worden.

Das Team um Lee und dessen Kollegen Shin Nam Sik hatten vor zwei Wochen zwei weibliche Jungwölfe vorgestellt, die bereits vor knapp anderthalb Jahren erfolgreich geklont und zur Welt gebracht worden sein sollen. Die beiden Wölfe „Snuwolf“ und „Snuwolffy“ entstanden den Angaben zufolge aus der Körperzelle eines erwachsenen Artgenossen. Die Nationaluniversität kündigte an, die Echtheit der Klonwölfe prüfen zu lassen.

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