Wissenschaft
Esa feiert Mondsonde „Smart-1“

Einen Tag nach dem spektakulären Ende von Europas erster Mondmission hat die Weltraumorganisation Esa die knapp dreijährige Forschungsreise der Sonde „Smart-1“ als „vollen Erfolg“ bezeichnet.

dpa DARMSTADT. Einen Tag nach dem spektakulären Ende von Europas erster Mondmission hat die Weltraumorganisation Esa die knapp dreijährige Forschungsreise der Sonde „Smart-1“ als „vollen Erfolg“ bezeichnet.

Gleichzeitig begannen Wissenschaftler mit der Auswertung der umfangreichen Daten, die die Sonde bis kurz vor ihrem Aufprall auf dem Mond am Sonntagmorgen geliefert hat. „Mit unserer neuen Technik haben wir mehr als je zuvor vom Mond gesehen und eine ganz neue Ära eröffnet“, sagte Esa-Wissenschaftsdirektor David Southwood am Montag im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt. Europa habe bewiesen, dass es mit den Amerikanern mithalten könne.

Als zukunftsweisend sehen die Europäer insbesondere die neue Antriebstechnik mit einem solarelektrischen Ionentriebwerk. Dabei wird ein stetiger Strahl geladener Teilchen (Ionen) ausgestoßen, der den nötigen Schub für die Fortbewegung erzeugt. Die Antriebsenergie wird mit Hilfe von Sonnensegeln gewonnen. Auf ihrem 100 Mill. Kilometer langen Flug um den Mond verbrauchte die 366 Kilogramm schwere Kleinsonde „Smart-1“ nur rund 80 Kilogramm Xenon-Gas als Treibstoff. „Durch den Ionen-Antrieb haben wir nur ein Zehntel des sonst üblichen Treibstoffgewichts an Bord. Damit werden längere Flüge in kürzerer Zeit ermöglicht“, sagte Esa-Experte Giorgio Saccoccia. Die Europäer wollen diese Antriebstechnik auch für einen geplanten Flug zum Merkur sowie für weitere Weltraumexpeditionen einsetzen.

Mit der rund 100 Mill. teuren „Smart-1“ konnte Europas Raumfahrt erstmals Aufnahmen von der erdabgewandten Seite des Mondes machen und entdeckte am Nordpol ein Gebiet, in dem die Sonne immer scheint. Ob eine vollständige Kartierung möglich ist, sei aber noch unklar, sagte Manuel Grande von der Universität Wales am Montag in Darmstadt. Das hänge von der Sonnenstrahlung im Moment der Aufnahmen und damit von der Qualität der Bilder ab. Zudem gelang es mit Hilfe von Röntgenanalysen erstmals, aus einem Orbit heraus Kalzium und Magnesium auf dem Mond nachzuweisen. Jetzt gehe es darum, die genaue Zusammensetzung des Erdtrabanten zu rekonstruieren.

Europas nächste Reise zum Mond steht noch in den Sternen. „Wir sind bereit“, sagte Southwood. Bis dahin stelle die Esa ihr Wissen sowie technische Instrumente für Mondexpeditionen der Chinesen, Inder, Japaner und Amerikaner zur Verfügung.

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