Wissenschaft
Europäische Mission soll Wissen über Merkur erweitern

Die erste europäische Wissenschaftsmission zum Merkur soll die Kenntnisse über den nahezu unbekannten Planeten entscheidend erweitern. Das kündigten Vertreter der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) und der EADS-Satellitentochter Astrium am Freitag in Friedrichshafen an.

dpa FRIEDRICHSHAFEN. Die erste europäische Wissenschaftsmission zum Merkur soll die Kenntnisse über den nahezu unbekannten Planeten entscheidend erweitern. Das kündigten Vertreter der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) und der EADS-Satellitentochter Astrium am Freitag in Friedrichshafen an.

Sie unterzeichneten den Bauvertrag für die Merkur-Sonde „Bepicolombo“ in Anwesenheit von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Der Satellit soll 2013 starten und 2019 sein Ziel erreichen. Die Forscher erwarten unter anderem schärfere Fotos von der Oberfläche des Planeten, welcher der Sonne am nächsten ist. Eine Kamera wird Bilder aufnehmen, auf denen Details in einer Größe von 50 Metern - in ausgewählten Gebieten von fünf Metern - erkennbar sind.

Oettinger sprach von einem „wichtigen Tag für Friedrichshafen sowie die Raum- und Luftfahrt in Deutschland und Europa“. Der wissenschaftliche Esa-Projektleiter Johannes Benkhoff nannte das Projekt die aufwendigste und umfangreichste Merkur-Mission, die 80 Mal mehr Daten liefern könne als die US-Mission „Messenger“. Die Nasa-Sonde, die gerade neue Bilder von einem Vorbeiflug am Merkur geliefert hat, mache Appetit auf mehr. „Bepicolombo“, benannt nach dem italienischen Mathematiker und Raumfahrtingenieur Giuseppe („Bepi“) Colombo (1920-1 984), hat ein Gesamtbudget von 665 Mill. Euro. Der Bau kostet 350 Mill. Euro.

Der Merkur stellt die Satellitenbauer wegen der Temperaturschwankungen zwischen Eiseskälte von minus 180 Grad und Gluthitze bis zu 470 Grad vor besondere Herausforderungen. „Bepicolombo“ wird während des Fluges durch einen großen Schild vor der Sonneneinstrahlung geschützt. Die Sonde ist mit einer speziellen neuen Isolierfolie aus Keramikfasern überzogen. Außerdem werden besondere Solarzellen eingesetzt, die auch bei Temperaturen von 250 Grad Wärme noch Strom liefern.

„Bepicolombo“ wird etwa fünf Meter hoch sein und rund drei Tonnen wiegen. Der Satellit besteht aus drei Teilen: je einem europäischen und einem japanischen Orbiter sowie einem Antriebsmodul. Die europäische Sonde hat elf wissenschaftliche Instrumente an Bord. Sie werden den Planeten unter anderem fotografieren, Höhenprofile mit einer Genauigkeit von zehn Metern erstellen und seine Atmosphäre erforschen. Das japanische Modul erkundet mit fünf Instrumenten das Magnetfeld des Planeten.

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