Wissenschaft
Experimenteller Impfstoff schützt gegen Supergift Rizin

Ein experimenteller Impfstoff gegen das Supergift Rizin hat sich in einem ersten klinischen Test als wirksam erwiesen. Alle Probanden, die die höchste Impfstoffdosis gespritzt bekamen, entwickelten Antikörper in ihrem Blut, die das Gift neutralisierten.

dpa WASHINGTON. Ein experimenteller Impfstoff gegen das Supergift Rizin hat sich in einem ersten klinischen Test als wirksam erwiesen. Alle Probanden, die die höchste Impfstoffdosis gespritzt bekamen, entwickelten Antikörper in ihrem Blut, die das Gift neutralisierten.

Das berichten Ellen Vitetta und Kollegen von der Universität von Texas in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Pnas) vom Dienstag (DOI: 10.1 073/pnas.0 510 893 103).

Rizin ist ein natürliches Gift, das auch als Bio-Waffe eingesetzt werden könnte. Es wird aus den Samen der Rizinusstaude gewonnen, aus denen auch das - ungiftige - Rizinusöl gepresst wird. Rizin blockiert ein wichtiges Enzym im Körper. Dadurch wird der gesamte Stoffwechsel lahm gelegt. Schon nach vier bis acht Stunden setzt ein hohes Fieber ein. Dann kommt es zu Blutungen in der Lunge. Das Gift führt innerhalb von 36 bis 70 Stunden zum Tod.

Das Team um Vitetta testete seinen Impfstoff in unterschiedlich hohen Dosen an insgesamt 15 gesunden Probanden. Dabei zeigte sich, dass alle fünf Teilnehmer in der höchstdosierten Vakzingruppe und vier von fünf in der Gruppe mit der mittleren Dosierung Antikörper entwickelten. Die menschlichen Antikörper wurden danach Mäusen injiziert - zusammen mit einer Spritze Rizin. Alle kleinen Nager überlebten das Experiment.

Der Impfstoff, den die Forscher in Texas Rivax nennen, besteht aus einem genetisch veränderten Bestandteil des Giftstoffs Rizin - und nicht aus einer kompletten inaktivierten Einheit Rizin. Als Nebenwirkungen nannten die Teilnehmer der Pilotstudie leichte Kopfschmerzen und einen - durch die Injektion - etwas schmerzhaften Arm.

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