Wissenschaft: Experte: Kabeljau-Verzicht hilft Bestand nicht

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Experte: Kabeljau-Verzicht hilft Bestand nicht

Ein Verzicht der Konsumenten auf Kabeljau hilft den stark geschrumpften Beständen in der Nordsee nach Überzeugung des Hamburger Experten Gerd Hubold nicht.

dpa HAMBURG. Ein Verzicht der Konsumenten auf Kabeljau hilft den stark geschrumpften Beständen in der Nordsee nach Überzeugung des Hamburger Experten Gerd Hubold nicht. „Es gibt gesunde und gut bewirtschaftete Bestände im Nordatlantik“, sagte der künftige Generalsekretär des Internationalen Rates für Meeresforschung (Ices) in Kopenhagen in einem dpa-Gespräch.

Aber auch für die Nordsee gebe es legale Fangquoten. Hilfreich sei es, auf Qualitätssiegel wie das vom „Marine Stewardship Council“ zu achten. Grundsätzlich befänden sich viele Fischbestände in der Nordsee seit mehreren Jahren auf einem geringen Niveau, sagte Hubold, der Anfang Februar von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg nach Kopenhagen wechselt. Das gelte auch für den Kabeljau. „Wir empfehlen seit Jahren, die Fangmengen zu reduzieren.“

Hubold äußerte Zweifel, ob das ehrgeizige Ziel des Weltgipfels in Johannesburg von 2002 erreicht werden kann, bis 2015 weltweit die Fischbestände wieder so weit zu regenerieren, dass sie einen optimalen Ertrag für die Fischerei erbringen. „Aber der Weg ist richtig.“

In der Europäischen Union werde die reine Begrenzung der Fangmengen zunehmend durch Managementmaßnahmen wie Reduzierung von Fangtagen ergänzt, sagte der Wissenschaftler. Bei der Begrenzung der Fangmengen komme es immer wieder vor, dass zu viel gefangener Kabeljau wieder über Bord geworfen und damit vernichtet werde. „Es gibt bereits Erfolge, aber es sind Maßnahmen nötig, die über das Tagesgeschäft hinausgehen“, sagte Hubold. Dass ein gutes Management sich lohne, zeigten einige positive Beispiele: So befänden sich die Bestände zum Beispiel von Hering und Seelachs in einem guten Zustand.

Sowohl die Bundesforschungsanstalt für Fischerei als auch der Ices versorgen die politischen Entscheidungsträger mit wissenschaftlichen Gutachten über die Bestandsentwicklungen.

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