Wissenschaft
Experten mahnen „Science“ zu mehr Sorgfalt

Eine unabhängige Expertengruppe hat das US-Journal „Science“ ermahnt, besonders spektakuläre Beiträge vor ihrer Veröffentlichung gründlicher zu prüfen.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. Eine unabhängige Expertengruppe hat das US-Journal „Science“ ermahnt, besonders spektakuläre Beiträge vor ihrer Veröffentlichung gründlicher zu prüfen.

Ganz besondere Vorsicht sei bei Arbeiten geboten, die einen Durchbruch in ihrem Forschungsgebiet versprächen, schreibt der Ausschuss in einem Bericht, der an diesem Freitag von dem angesehenen Wissenschaftsjournal gedruckt werden soll.

Hintergrund ist einer der größten Forscherskandale der vergangenen Jahre: „Science“ musste im Sommer zwei Artikel des südkoreanischen Klonforschers Hwang Woo Suk wegen gefälschter Angaben zu Stammzellen zurückzuziehen. Den Herausgebern das Journals war daraufhin vielfach vorgehalten worden, die fraglichen Studien nicht gründlich genug geprüft zu haben. Danach hatte „Science“ selbst die unanhängige Gruppe mit Nachforschungen beauftragt.

Der Leiter des Ausschusses - John Brauman von der Stanford Universität in Kalifornien - sagte, dass es eine hundertprozentige Sicherheit vor Fälschungen nie geben werde. „Niemand von uns glaubt, dass je alle falschen Daten entlarvt werden können, aber sie müssen zumindest weiter reduziert werden“. Das Gremium mit sechs Mitgliedern hatte den Inhalt seiner Untersuchung über die Manipulation von Forschungsergebnissen am Dienstagabend bei einer Telekonferenz aus Washington vorgestellt. Der Report ist auf der Homepage des Journals bereits nachzulesen.

Hwang und seine Gruppe hatten im ersten „Science“-Artikel behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryonen gewonnen zu haben. Später wurde Hwang für einen zweiten „Science“-Bericht über das angebliche Klonen maßgeschneiderter Stammzellen für schwer kranke Patienten gefeiert.

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