Wissenschaft
Experten: Mehr extreme Wetterereignisse

Die Zahl extremer Wetterereignisse steigt mit dem Klimawandel, doch die Folgen lassen sich begrenzen. „Mit dem Klimawandel und seinen Folgen müssen wir in den kommenden Jahrzehnten leben“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (Dkkv), Irmgard Schwaetzer.

dpa KARLSRUHE. Die Zahl extremer Wetterereignisse steigt mit dem Klimawandel, doch die Folgen lassen sich begrenzen. „Mit dem Klimawandel und seinen Folgen müssen wir in den kommenden Jahrzehnten leben“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (Dkkv), Irmgard Schwaetzer.

Schaetzer äußerte sich am Montag bei einem Kongress in Karlsruhe. Die Zahl extremer Wetterereignisse habe sich in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht. „Die Folgen von Naturkatastrophen lassen sich in ihrem Ausmaß aber begrenzen.“ Beim 8. Forum Katastrophenvorsorge erörtert sie mit anderen Experten Modelle und Konzepte für einen besseren Schutz vor Naturkatastrophen wie Hochwasser, Wirbelstürmen oder Waldbränden.

An einem System zur Vorhersage von Klimaveränderungen arbeitet zum Beispiel das „Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology“ (Cedim) der Universität Karlsruhe und des Geo-Forschungszentrums Potsdam. „Damit können wir prognostizieren, wo und wie stark Schäden auftreten“, sagte Cedim-Sprecher Friedemann Wenzel von der Universität Karlsruhe. Dieses Instrument könne helfen, den Katastrophenschutz und das Krisenmanagement besser zu organisieren.

Ein Umdenken in Politik und Gesellschaft forderte Johann Goldammer, der das „Global Fire Monitoring Center“ (Gfmc) in Freiburg leitet. Anhand der Waldbrände in Griechenland, die in diesem Sommer weite Landstriche verwüsteten, verdeutlichte der Professor das Ineinandergreifen von Trockenperioden und Handeln des Menschen. „Feuer findet heute mehr Brennmaterial als noch vor Jahrzehnten“, sagte Goldammer. Landflucht und Vergreisung in ganzen Landstrichen führten dazu, dass der Schutz von Waldressourcen vernachlässigt wurde.

Der Orkan „Lothar“ habe im Südwesten Deutschlands noch im Dezember 1999 gezeigt, wie eine intakte Forstverwaltung das Ausmaß der Folgeschäden abmildern konnte. Durch Personalabbau und Outsourcing in der Waldbewirtschaftung hätten sich seitdem jedoch die Möglichkeiten zum Schutz der Wälder verschlechtert. Dies ist für Goldammer ein großes Problem weltweit: „So geht Know-how beim Katastrophenschutz verloren.“

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