Wissenschaft: Falsche Signale führen zum Zerfall von Zellen bei Parkinson

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Falsche Signale führen zum Zerfall von Zellen bei Parkinson

Fehlgeleitete Signale zur Teilung von Gehirnzellen sind Marburger Forschern ein Auslöser der Parkinson-Krankheit. Der Irrweg der Neuronen führe zum Zerfall von Gehirnzellen.

dpa MARBURG/WASHINGTON. Fehlgeleitete Signale zur Teilung von Gehirnzellen sind Marburger Forschern ein Auslöser der Parkinson-Krankheit. Der Irrweg der Neuronen führe zum Zerfall von Gehirnzellen.

Das berichtet das Forscherteam um den Marburger Neurologen Günter Höglinger im Fachjournal „Proceedings“ der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften („Pnas“; Bd. 104, S. 3 585). „Obwohl sich die Nervenzellen des Gehirns nicht durch Zellteilung vermehren können, schalten erkrankte Zellen die gesamte molekulare Maschinerie an, die für die Zellteilung nötig ist und gehen schließlich daran zu Grunde“, heißt es in der Studie.

Bei den von Parkinson betroffenen untersuchten Nervenzellen deutete demnach alles darauf hin, dass sie sich gleich teilen wollten. „Im Gehirngewebe verstorbener Patienten wiesen wir nach, dass sich der DNA-Strang bereits verdoppelt hatte und dass verschiedene molekulare Schalter aktiviert waren, die normalerweise zu einer Zellteilung führen“, erklärte Höglinger. Dies sei insofern erstaunlich, als dass sich die Nervenzellen des Gehirns grundsätzlich nicht durch Zellteilung vermehren können.

Im Reagenzglas und in Tiermodellen wiesen die Forscher zudem nach, dass es bei den erkrankten Nervenzellen, die kurz von einer Teilung stehen, diese aber doch nicht ausführen können, zu einem Konflikt von Signalen kommt. Dieser führt dann zu ihrem Absterben. „Der Versuch der Zellteilung und diese Art von Zelltod hängen wahrscheinlich eng miteinander zusammen“, sagte Höglinger. Im Tierversuch sei durch gentechnische Manipulation erreicht worden, dass die Schalter für die Zellteilung nicht umgelegt werden und dass so der Zelltod ausbleibt.

Die Parkinsonsche Krankheit (Morbus Parkinson) ist nach Angaben der Universität Marburg eine der häufigsten Nervenerkrankungen. In Deutschland sind zwischen 200 000 und 250 000 Menschen betroffen. Bei Betroffenen zerfallen Zellen des Mittelhirns. Typisch ist der Verlust über die Kontrolle der Muskeln, die dann versteifen. Hinzu kommen eine leise und monotone Sprache und eine Verlangsamung der willkürlichen Bewegungen. Viele Patienten leiden auch unter Muskelzittern.

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