Wissenschaft
Fckw-Reduzierung schützt Ozonhülle

Die vor 20 Jahren mit dem Protokoll von Montréal eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht haben auch die globale Erwärmung gebremst.

dpa DEN HAAG. Die vor 20 Jahren mit dem Protokoll von Montréal eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht haben auch die globale Erwärmung gebremst. Ozonschädigende Stoffe seien meist auch als Treibhausgase wirksam, schreiben niederländische Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; online vorab veröffentlicht).

Der Ausstoß der Substanzen, die vor allem in Kühlgeräten und als Treibmittel für Sprays in Gebrauch waren, sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten drastisch verringert worden.

Die Produktion der für die Ozonschicht schädlichen Gase - vor allem der Fluorchlorkohlenwasserstoffe (Fckw) - war demnach von 1960 bis 1990 etwa um das Achtfache gestiegen. Seitdem sank sie und hat den Stand von 1960 mittlerweile wieder unterschritten. Eine leichte Umkehr gab es bereits nach den ersten warnenden Hinweisen der Wissenschaftler Mario Molina und Frank Rowland 1974. Doch erst das 1987 unterzeichnete Protokoll von Montréal, ein internationaler Vertrag zum Schutz der Ozonschicht, führte zu einer wirklichen Wende. Ohne die Warnung und das Protokoll hätte die Produktion der schädlichen Gase nach Einschätzung der Wissenschaftler ungebremst weiter zugenommen.

Die Klimaerwärmung hätte sich nach Ansicht der Forscher schneller entwickelt, wäre der Fckw-Verbrauch nicht eingeschränkt worden. Je nach Rechenmodell kommen die Wissenschaftler hier auf einen „Aufschub“ von bis zu 45 Jahren. Das Montréal-Protokoll habe sich damit stärker auf das Abbremsen der Klimaerwärmung ausgewirkt als es für die Reduzierung anderer Treibhausgase im Kyoto-Protokoll von 1997 geplant sei. Nun müsse durch wissenschaftliche und technische Entwicklungen erreicht werden, dass auch die Fckw-Ersatzstoffe noch umweltverträglicher werden.

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