Wissenschaft
Firma erzeugt embryonale Stammzellen für Forschung am Menschen

Ein Unternehmen in Singapur hat hochreine menschliche embryonale Stammzellen für erste Versuche am Menschen erzeugt und will sie Universitätsforschern zu geringen Kosten zur Verfügung stellen.

dpa SINGAPUR. Ein Unternehmen in Singapur hat hochreine menschliche embryonale Stammzellen für erste Versuche am Menschen erzeugt und will sie Universitätsforschern zu geringen Kosten zur Verfügung stellen. Die Zellen eigneten sich für klinische Studien, da sie nicht die bislang üblichen Verunreinigung durch Tierzellen enthielten.

Das teilte das Biotech-Unternehmen ESI am Donnerstag in Singapur mit. Bislang sind die meisten Stammzellkulturen mit Reststoffen von Tieren verunreinigt, da tierisches Gewebe zur Anzucht der Stammzellen verwendet wird. Diese embryonalen Stammzellen könnten daher zu Abwehrreaktionen im Körper der Patienten führen und gelten als ungeeignet für den medizinischen Einsatz.

Die ESI-Forscher verwendeten nun jedoch menschliches Gewebe, das die embryonalen Stammzellen mit Nährstoffen versorgte, und zudem qualitativ besondere Standards bei der Anzucht. Die Stammzellen sind laut ESI aus frühen Embryostadien (Blastozysten) gewonnen worden. Das Unternehmen selbst wolle damit Therapien für Diabetes und Herzkrankheiten entwickeln, sagte ESI-Generaldirektor Alan Colman.

Forscher in Deutschland dürfen nicht mit diesen Stammzellen arbeiten. Nach dem Embryonenschutzgesetz dürfen in Deutschland nur Stammzellkulturen verwendet werden, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland gewonnen wurden. Diese Zelllinien gelten jedoch alle als mit tierischen Reststoffen verunreinigt.

Bislang gibt es erst wenige nicht verunreinigte embryonale Zelllinien. So hatte das US-Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT/Worcester) im März vergangenen Jahres reine Stammzellkulturen ohne Verunreinigung durch Tierzellen vorgestellt. Es zog die Stammzellen auf einer Unterlage an, die leicht sterilisiert werden kann. Die Firma Geron hat nach Angaben der Online-Ausgabe des Magazin „Nature“ ebenfalls reine embryonale Stammzellen produziert. Sie habe dabei jedoch ebenfalls zunächst tierische Nährzellen genutzt und die embryonalen Stammzellen dann auf besondere Weise gereinigt.

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