Wissenschaft
Forscher entdecken älteste Diamanten der Welt

Forscher aus Münster haben in Westaustralien die bislang ältesten Diamanten der Welt entdeckt. Sie sind mit 4,25 Mrd. Jahren fast so alt, wie die Erde selbst. „Möglicherweise hat die Abkühlung der Erde und damit die Entstehung einer festen Kruste viel früher begonnen, als bislang gedacht“.

dpa MüNSTER/LONDON. Forscher aus Münster haben in Westaustralien die bislang ältesten Diamanten der Welt entdeckt. Sie sind mit 4,25 Mrd. Jahren fast so alt, wie die Erde selbst. „Möglicherweise hat die Abkühlung der Erde und damit die Entstehung einer festen Kruste viel früher begonnen, als bislang gedacht“.

Das sagte Thorsten Geisler vom Institut für Mineralogie der Universität Münster. Damit könnten sich auch die Kontinente und das erste Leben auf der einst unwirtlichen Erde schon früher als bislang vermutet entwickelt haben. Die bisher gefundene ältesten Diamanten waren auf ein Alter von rund 3,3 Mrd. Jahren datiert worden. Der „Zufallsfund“ in den Jack Hills könnte zu neuen Erkenntnissen über die frühe Geschichte der Erde führen.

„Wir haben mit den Diamanten die ältesten Kohlenstoffrelikte in der Hand“, sagte Geisler. Kohlenstoff ist ein Grundbaustein des Lebens auf unseren Planeten. Die Analyse der Kohlenstoffsorten (Isotope) aus den Diamanten könnte Hinweise liefern, ob es schon Leben vor 4,2 Mrd. Jahren gab. Zusammen mit australischen Kollegen berichten die Münsteraner Forscher im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd. 448, S. 917) über ihre Erkenntnisse.

Konkret hatten die Mineralogen im Labor in Münster so genannte Zirkone, ein Mineral, das sehr große Zeiträume überdauern kann, aus Australien untersucht und dabei zehn bis 60 Mikrometer große Diamanteneinschlüsse gefunden. Das Alter der Zirkone kann, anders als das von Diamanten, bestimmt werden. Für das menschliche Auge sind die Diamanten nicht sichtbar, können aber mit der Raman-Spektralanalyse nachgewiesen werden. Dabei werden die Mineralien mit Laserlicht bestrahlt. Anhand unterschiedlicher Lichtsignale sind Rückschlüsse auf die Substanz möglich. „Jeder Stoff hat, ähnlich einem Fingerabdruck, eine eigenes, einzigartiges charakteristisches Raman- Spektrum“, erläuterte Geisler (41).

Die von Geisler betreute Nachwuchswissenschaftlerin Martina Menneken (25) hatte Zirkon-Einschlüsse in den australischen Sedimenten untersucht. Eher zufällig fand sie in 45 von 1 000 analysierten Zirkonen schließlich die Diamantkristalle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%