Wissenschaft
Forscher entdecken älteste Festland-Schlange - mit Hüften

Forscher haben erstmals versteinerte Reste einer Schlange gefunden, die außer Beinen auch eine richtige Hüfte hatte. Es handle sich zudem um die älteste bekannte Festland-Schlangenart.

dpa RIO DE JANEIRO. Forscher haben erstmals versteinerte Reste einer Schlange gefunden, die außer Beinen auch eine richtige Hüfte hatte. Es handle sich zudem um die älteste bekannte Festland-Schlangenart.

Das in der argentinischen Provinz Rio Negro im Norden Patagoniens entdeckte Fossil stamme aus der Oberkreidezeit vor rund 65 bis 100 Mill. Jahren, berichten der brasilianische Forscher Hussam Zaher von der Universität Sao Paulo (USP) und Mitarbeiter in der Fachzeitschrift „Nature“ (Bd. 440, S. 1 037) von diesem Donnerstag. Im Rahmen der Diskussion über Ursprung der Schlangen stützt Zaher mit seiner Entdeckung die Hypothese, dass diese Tiere auf dem Festland und nicht im Wasser entstanden sind.

Die entdeckte Schlange, die Najash getauft wurde, habe ein Kreuzbein, das einen Beckengürtel trage, sowie kräftige und funktionstüchtige Beine außerhalb des Brustkorbs, heißt es. Sie fülle damit eine wichtige Lücke in der Evolution der Schlangen, da die anderen bislang bekannten Schlangenfossile mit gut entwickelten Hinterbeinen (wie etwa Haasiophis, Pachyrhachis und Eupodophis) keine richtigen Hüften aufwiesen.

Das nun entdeckte Fossil Najash weise zahlreiche Eigenschaften auf, die auf ein Leben unter oder auf der Erdoberfläche deuteten und auch bei noch existierenden primitiven Schlangenarten anzutreffen seien. Das stütze die Hypothese, dass die Schlangen einen terrestrischen und nicht einen marinen Ursprung gehabt hätten.

Auf Grund des Fehlens der Extremitäten beschränkt sich der Skelettaufbau der heute noch lebenden Schlangen auf Schädel, Wirbel und Rippen. Lediglich bei einigen primitiven Arten wie den Riesenschlangen findet man Reste von Becken und Oberschenkel.

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