Wissenschaft
Forscher entdecken riesige Halle in der Blautopfhöhle

Taucher haben in der Blautopfhöhle auf der Schwäbischen Alb überraschend eine riesige Halle entdeckt. Die Apokalypse genannte Halle sei 170 Meter lang sowie jeweils 50 Meter breit und hoch, sagte der Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft Blautopf, Michael Schopper, am Freitag.

dpa BLAUBEUREN. Taucher haben in der Blautopfhöhle auf der Schwäbischen Alb überraschend eine riesige Halle entdeckt. Die Apokalypse genannte Halle sei 170 Meter lang sowie jeweils 50 Meter breit und hoch, sagte der Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft Blautopf, Michael Schopper, am Freitag.

Zwei Tauchern sei es gelungen, herabgestürztes Gestein in der Blauhöhle bei Blaubeuren zu überwinden. Dabei wurden neben der „Apokalypse“ auch neue Höhlengänge von rund 1 000 Metern Länge entdeckt.

Bisher bildeten die quer liegenden Felsbrocken - der so genannte zweite Versturz - das Ende der bekannten Höhle. Die beiden Taucher hätten jedoch nach längerem Suchen einen schmalen Gang gefunden, sagte Schopper. Nach 500 Metern wurde die Halle Apokalypse sichtbar. Der Gang sei mit sehr vielen Tropfsteinen geschmückt. Am Ende der neuen Halle könne man über eine Lehmhalde etwa 50 Meter nach oben steigen, wo eine Fortsetzung des Ganges erkennbar sei.

Erst kürzlich hatten Forscher der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten in der benachbarten Vetterhöhle die „Walhalla“, eine Höhlenhalle von 70 Metern Länge, 40 Metern Breite und 30 Metern Höhe entdeckt. Zwischen beiden Höhlensystemen wurde bisher allerdings nicht die von den Forschern erhoffte Verbindung entdeckt.

Der Blautopf ist ein trichterförmiger Felskessel in Blaubeuren, in dem Quellwasser an die Oberfläche tritt. Am Grund der so genannten Karstquelle in etwa 30 Metern Tiefe beginnt eines der größten Höhlensysteme der Schwäbischen Alb - die Blauhöhle. Der Quelltopf wird von Wassermassen gespeist, die sich in dem weit verzweigten unterirdischen Höhlensystem gesammelt haben und im Blautopf an die Oberfläche drängen. Obwohl der Blautopf noch längst nicht vollständig erforscht ist, lassen die großen Gangquerschnitte auf ein sehr großes Höhlennetz schließen.

Die erste mit Luft gefüllte Halle der Blauhöhle wurde 1985 vom Höhlenforscher Jochen Hasenmayer entdeckt und Mörikedom genannt. Das Tauchen ist dort sehr schwierig, weil eine starke Strömung besteht und sich das Höhlensystem an einigen Stellen stark verengt. Im September 2003 war ein 41 Jahre alter Höhlentaucher in der Blautopf- Quelle in etwa 40 Metern Tiefe ums Leben gekommen, nachdem Luft in seinen Tauchanzug geraten war. Hasenmayer ist seit einem Tauchunfall im Jahr 1989 querschnittsgelähmt und verwendet ein Spezial-U-Boot.

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