Wissenschaft: Forscher entwickeln Frühwarnsystem gegen Krankenhauskeime

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Forscher entwickeln Frühwarnsystem gegen Krankenhauskeime

Ein neues computergestütztes Frühwarnsystem soll die Ausbreitung gefährlicher Krankenhauskeime verhindern. Die von Forschern in Münster und Hamburg entwickelte Software analysiere Blutproben und Wundabstriche automatisch auf die spezielle Charakteristik der multiresistenten Keime.

dpa MüNSTER/HAMBURG. Ein neues computergestütztes Frühwarnsystem soll die Ausbreitung gefährlicher Krankenhauskeime verhindern. Die von Forschern in Münster und Hamburg entwickelte Software analysiere Blutproben und Wundabstriche automatisch auf die spezielle Charakteristik der multiresistenten Keime.

Das System gebe zudem schneller als bisher Aufschluss über deren Herkunft und Ausbreitung im Krankenhaus. Das berichte die Universität Münster am Dienstag unter Bezug auf einen Beitrag in der biowissenschaftlich-medizinischen Fachzeitschrift „Plos Medicine“.

Die gegen Antibiotika resistenten Krankenhauskeime - in der Medizin als Stämme des Bakterium Stahylococcus aureus (Mrsa) bezeichnet - gelten als besonders gefährlich, weil sie ihre Resistenz auch auf andere Bakterien übertragen können. Sie gelten als Erreger für Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen.

Bei der Neuentwicklung gehe es nicht um den Nachweis der Keime, sondern um die schnelle Einschätzung einer möglichen Gefährdung für große Patientenzahlen in Kliniken, betonte der an der Entwicklung beteiligte Mediziner und Mikrobiologe Prof. Dag Harmsen von der Universität Münster. Dabei würden neben der Analyse der Keime auch Daten zu deren bisherigem Auftreten und Gefährlichkeit einbezogen.

Bei richtiger Einschätzung der Lage könne so etwa die Schließung ganzer Stationen verhindert werden. Erkenne das Programm hingegen, dass das spezielle Muster eines Keims gehäuft auftrete und es sich womöglich um den Ausbruch einer Krankenhausinfektion handele, werde ein Alarm ausgelöst, sagte Harmsen. Den Angaben der Universität zufolge hat sich der Anteil der multiresistenten Krankenhauskeime in Deutschland in den vergangenen Jahren von drei auf 25 Prozent erhöht. In Skandinavien und in den Niederlanden hingegen halte sich die Rate wegen strikter Hygienemaßnahmen und Typisierung der Keime stabil bei drei Prozent.

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