Wissenschaft
Forscher erklären Gehörschutz der Grillen

Grillen schützen sich mit einem eingebauten Gehörschutz vor dem Lärm des eigenen Zirpens. Forscher aus England und der Schweiz haben jetzt die zelluläre Basis dieser Nervenfunktion entschlüsselt.

dpa WASHINGTON. Grillen schützen sich mit einem eingebauten Gehörschutz vor dem Lärm des eigenen Zirpens. Forscher aus England und der Schweiz haben jetzt die zelluläre Basis dieser Nervenfunktion entschlüsselt.

Eine spezialisierte Nervenzelle verhindert, dass die Hör-Neuronen der Grillen beim Zirpen aktiv werden, wie James Poulet und Berthold Hedwig von der Universität Cambridge im US-Fachjournal „Science“ (DOI: 10.1 126/science.1 120 847) von diesem Freitag berichten. Die Erkenntnis könne möglicherweise auch erklären helfen, warum Tiere und Menschen generell selbst erzeugte Signale wie lautes Rufen ignorieren, urteilt „Science“.

An den Vorderbeinen der Grille, wo das Tier seine Ohren hat, ist sein eigenes Zirpen mit rund 100 Dezibel fast so laut wie ein Presslufthammer. Poulet und Hedwig hatten den Gehörschutz im Nervensystem der Mittelmeerfeldgrille (Gryllus bimaculatus) erstmals vor drei Jahren im Fachblatt „Nature“ (Bd. 418, S. 872) vorgestellt. Demnach schalten die Grillen während der eigenen Zirplaute ihre Ohren „auf Durchzug“. In den kurzen Pausen dazwischen hört das Insekt dann wieder. Vermittelt wird diese Unterdrückung durch so genannte Zwischenneuronen, die Poulet und Hedwig nun identifiziert haben.

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