Wissenschaft
Forscher finden Protein für Nervenkrankheit ALS

Washington/München (dpa) ­ Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat ein Protein für die unheilbare Nervenkrankheit ALS gefunden. Das Eiweißmolekül mit der Bezeichnung TDP-43 ist auch an bestimmten anderen so genannten Demenzerkrankungen beteiligt.

Washington/München (dpa) ­ Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat ein Protein für die unheilbare Nervenkrankheit ALS gefunden. Das Eiweißmolekül mit der Bezeichnung TDP-43 ist auch an bestimmten anderen so genannten Demenzerkrankungen beteiligt.

Das berichtet die Gruppe um Manuela Neumann von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität im US-Fachjournal „Science“ (Bd. 314, S. 130).

Die amyotrophe Lateralsklerose (ALS), an der beispielsweise der deutsche Maler Jörg Immendorff und der britische Astrophysiker Stephen Hawking leiden, ist eine seltene Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der nach und nach alle bewusst gesteuerten Muskeln gelähmt werden. Die Betroffenen werden oft als Gefangene im eigenen Körper bezeichnet.

ALS und eine bestimmte Form frontotemporaler Demenz sind nach der Alzheimer-Erkrankung die häufigste Ursache von Gedächtnisschwäche bei Menschen unter 65 Jahren. Das jetzt identifizierte Protein lagert sich bei diesen neurodegenerativen Erkrankungen im Gehirn der Patienten ab. Die Forscher hoffen, dass ihre Entdeckung auch dazu beiträgt, bessere Therapien für diese Erkrankungen zu entwickeln.

Obwohl verschiedene Nervenzellen betroffen sein können und sich das Krankheitsbild unterscheidet, vermuten einige Wissenschaftler, dass es sich bei beiden Erkrankungen um verschiedene Ausprägung der gleichen neurodegenerativen Störung handelt. Neumann und ihre Mitarbeiter fanden verschiedene Versionen des TDP-43-Proteins in Gewebeproben beider Erkrankungen. Die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Protein-Varianten könnten das Ergebnis ähnlicher, aber nicht identischer Mechanismen der Krankheitsentstehung sein, die letztlich zur fortschreitenden Degeneration verschiedener Nervenzellen führen, schreiben die Forscher.

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