Wissenschaft
Forscher findet Lebergift in AFA-Algenpräparaten

Untersuchungen an der Universität Konstanz sind bei mehreren Algenpräparaten auf Lebergifte gestoßen. Der Toxikologe Prof. Daniel Dietrich warnte am Dienstag in einer Mitteilung der Hochschule vor einem leichtfertigen Verzehr sogenannter AFA-Algenpräparate.

dpa KONSTANZ. Untersuchungen an der Universität Konstanz sind bei mehreren Algenpräparaten auf Lebergifte gestoßen. Der Toxikologe Prof. Daniel Dietrich warnte am Dienstag in einer Mitteilung der Hochschule vor einem leichtfertigen Verzehr sogenannter AFA-Algenpräparate.

Sie spielen als Nahrungsergänzungsmittel zunehmend eine Rolle. zehn von 16 getesteten Produkten, die in Deutschland und der Schweiz verkauft worden seien, enthielten demnach bedenkliche Mengen Microzystine. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung geht davon aus, dass die gesundheitliche Unbedenklichkeit von AFA-Algen (Aphanizomenon-Flos-Aquae-Algen) „nicht garantiert werden kann“.

„Microzystine sind ein starkes Lebergift, welches eine ähnliche Wirkung hat wie das Gift in Knollenblätterpilzen“, erläuterte Dietrich. Es könne auch Hirn und Nieren schädigen. Die als „blaugrüne Algen“ bekannten AFA-Algen stammten aus dem überdüngten Lake Klamath im US-Staat Oregon.

Die Gesundheitsbehörden von Oregon haben nach Dietrichs Angaben einen Richtwert für Microzystine von einem Mikrogramm pro Gramm Algenpräparat festgelegt. zehn der 16 untersuchten Algenprodukte hätten diesen Wert jedoch überschritten. Er habe Konzentrationen von zum Teil mehr als acht Mikrogramm gefunden, sagte Dietrich. Aufgrund seiner Untersuchungsergebnisse habe die Schweiz die Produkte bereits vom Markt genommen.

Angepriesen werden die AFA-Algenprodukte nach Dietrichs Angaben zur Stärkung des Immunsystems, Erhöhung der geistigen Leistungsfähigkeit oder Milderung von Gelenkerkrankungen. Auch gegen Alzheimer oder neurologische Störungen wie das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (Adhs) bei Kindern sollen sie angeblich helfen. Wissenschaftlich sei bisher jedoch keine heilende Wirkung nachgewiesen, sagte Dietrich der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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