Wissenschaft
Forscher fordern Ende der Subventionen für Tiefseefischerei

Zahlreiche Meeresforscher verlangen das Ende staatlicher Subventionen für die kommerzielle Tiefseefischerei.

dpa SAN FRANCISCO. Zahlreiche Meeresforscher verlangen das Ende staatlicher Subventionen für die kommerzielle Tiefseefischerei. Auf dem Kongress der amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (Aaas) in San Francisco warfen sie etwa einem Dutzend Länder vor, die Zerstörung einzigartiger Ökosysteme aus ihrem Staatssäckel zu finanzieren.

Ohne dieses Geld wäre der Tiefseefang für die meisten Fischer unprofitabel und würde erheblich schrumpfen, erklärten Experten aus Amerika und der EU. Eine in San Francisco veröffentliche Untersuchung der Universität von British Columbia im kanadischen Vancouver kommt zu dem Ergebnis, dass Tiefseefischer jährlich mit 152 Mill. Dollar unterstützt werden. Ohne diese Subvention würde der Fischfang mit Grundschleppnetzen 50 Mill. Dollar pro Jahr Verlust machen, sagte einer der beiden Autoren der Studie, Rashid Sumalia.

Zu den Ländern, die Tiefseefischer unter anderem bei den hohen Treibstoffkosten auf hoher See unterstützten, gehören allen Experten zufolge Japan, Russland, Spanien, Frankreich, Island, Australien und Neuseeland. „Es gibt mit Sicherheit bessere Investitionen als die Subvention von Tiefseekuttern, die 1,1 Mrd. Liter Treibstoff pro Jahr verbrennen - noch dazu für magere Fänge von uralten Fischen“, ergänzte Mitautor Daniel Pauly.

Den Angaben zufolge macht die Ausbeute vom tiefen Meeresboden nur 0,25 Prozent des globalen Fischfangs aus. Für diesen Ertrag richten Tiefseefischer mit ihren schweren Grundfangnetzen in Tiefen von 1 000 bis 2000 Metern eine „ökologische Katastrophe“ an, sagte Matthew Gianni von der Umwelschutzorganisation Deep Sea Conservation Coalition der dpa.

Dennoch stimme ihn der Beschluss der UN-Vollversammlung vom Dezember verhalten optimistisch, die Weltmeere durch „nachhaltige Fischerei“ vor Plünderung bewahren und illegales Fischen ahnden zu wollen, sagte Gianni. Darüber hinaus bewertete er positiv, dass Japan und Südkorea derzeit ein regionales Abkommen zum Schutz bedrohter Fischarten und Fischgründe im Nordpazifik aushandeln wollen und sich in der Zwischenzeit durch Interimsvereinbarungen zu binden bereit sind. Entsprechend wollten sich die USA, die EU, Australien, Neuseeland und Chile, bei Verhandlungen Ende April bis Anfang Mai in Chile auf ein Abkommen für den Süden einigen.

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