Wissenschaft
Forscher stoppen bei Labormäusen Diabetes

Mit einer Kombination aus drei Substanzen haben Forscher Mäuse vor der Zuckerkrankheit bewahrt. Die US-Ärzte um Terry Strom vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston behandelten Versuchstiere mit so genanntem Typ-I-Diabetes.

dpa WASHINGTON. Mit einer Kombination aus drei Substanzen haben Forscher Mäuse vor der Zuckerkrankheit bewahrt. Die US-Ärzte um Terry Strom vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston behandelten Versuchstiere mit so genanntem Typ-I-Diabetes.

Die Behandlung stoppte bei den Nagern die fortschreitende Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, berichten die Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“, online vorab veröffentlicht). Nach zwei bis vier Wochen hatten die behandelten Mäuse, bei denen die Krankheit zuvor begonnen hatte, wieder eine normalen Blutzuckerspiegel. Nicht behandelte Kontrolltiere starben hingegen.

Die Gruppe um Strom untersucht den Diabetes vom Typ I, der oft schon in jungen Jahren ausbricht („Jugenddiabetes“). Dabei zerstört das fehlgeleitete Immunsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Damit fällt das lebenswichtige Hormon aus, mit dem der Zuckergehalt des Bluts geregelt wird. Um diesen Mangel auszugleichen, muss das Hormon lebenslang gespritzt werden. Der den Tieren verabreichte Wirkstoff-Cocktail erhöhte die Toleranz des Immunsystems für diese Insulin produzierenden Zellen, erklären die Forscher. Die Mischung bestand aus einem Antibiotikum und zwei künstlich hergestellten Proteinen.

Die Behandlung verringerte unter anderem die Entzündungsreaktionen in den Zellen - dies sei einer der Schlüssel für die Behandlung des Leidens. Möglicherweise zeichnet sich damit der Prototyp einer Behandlung auch beim Menschen ab, heißt es in „Pnas“.

In Deutschland sind schätzungsweise zwischen sechs und acht Prozent der Bevölkerung (etwa 4,8 bis 6,5 Millionen Menschen) zuckerkrank, sagte der Sprecher der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Rainer Lundershausen. fünf Prozent der Betroffenen haben demnach Typ-I- Diabetes. 95 Prozent leiden an Typ II, der meist erst Ältere betrifft und oft mit Übergewicht einhergeht. Bei diesem so genannten Altersdiabetes ist die Insulinwirkung vermindert, und die Insulin bildenden Zellen erschöpfen sich mit der Zeit.

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