Wissenschaft
Forscher warnen: Fremde Pflanzen bedrohen Antarktis

Der Antarktis droht Umweltschützern zufolge eine Invasion von Lebewesen aus anderen Erdteilen. Nicht-einheimische Mikroben, Pflanzen und Tiere gefährdeten den Bestand eines der letzten großen Naturgebiete der Welt.

dpa LONDON. Der Antarktis droht Umweltschützern zufolge eine Invasion von Lebewesen aus anderen Erdteilen. Nicht-einheimische Mikroben, Pflanzen und Tiere gefährdeten den Bestand eines der letzten großen Naturgebiete der Welt.

So warnten Wissenschaftler auf einer Tagung zum Antarktisvertrag (Antarctic Treaty Consultative Meeting) kürzlich in Edinburgh. Die Vertreter von 45 Nationen einigten sich darauf, dass Touristenschiffe künftig kein Ballastwasser aus anderen Meeren mehr ablassen dürften, so das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ (Nr. 2 558, S.16). Auch solle mehr Forschung zu dem Thema stattfinden.

Menschen hätten bereits mehr als 200 nicht-einheimische Arten auf Inseln rund um die Antarktis eingeschleppt - zum Teil mit desaströsen Folgen, hieß es. Danach haben eingewanderte Ratten und Katzen auf den Inseln bereits ganze Seevögel-Kolonien ausgerottet, Kaninchen und Rentiere die Vegetation stellenweise dauerhaft zerstört. Diese Entwicklung werde sich mit den Klimawandel-bedingt steigenden Temperaturen noch beschleunigen, befürchten die Wissenschaftler.

Auch der wachsende Tourismus bedrohe die Lebenswelt der Antarktis, denn über Kleidung und Schuhe der Reisenden würden fremde Sporen und Mikroorganismen importiert. „Wir sind noch weit davon entfernt, einen ganzheitlichen Ansatz durchzusetzen“, sagte der Delegierte Jim Barnes. „Es ist entscheidend, dass die Regierungen mehr dazu beitragen, den Reiseverkehr, die Schifffahrt und Forschungsmöglichkeiten zu kontrollieren.“

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