Wissenschaft
Forscher wollen Müdigkeit künftig in der Spucke messen

Washington (dpa) ­ Schlafmangel lässt sich im Speichel nachweisen. Wie US-Forscher zunächst an Fliegen zeigten, nimmt die Aktivität eines Amylase genannten Moleküls nach längerem Schlafentzug zu.

Washington (dpa) ­ Schlafmangel lässt sich im Speichel nachweisen. Wie US-Forscher zunächst an Fliegen zeigten, nimmt die Aktivität eines Amylase genannten Moleküls nach längerem Schlafentzug zu.

Dasselbe Molekül weist auch beim Menschen auf ein erhöhtes Schlafbedürfnis hin, berichten die Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“).

Die Gruppe um Paul Shaw vom Washington University Sleep Medicine Center (St. Louis/US-Staat Missouri) hofft deshalb, auf Grundlage ihrer Ergebnisse einen Speicheltest entwickeln zu können. Damit soll sich Schlafmangel bei gefährdeten Personengruppen einfach messen lassen.

In westlichen Industriegesellschaften habe Schlafmangel mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen, schreiben die Forscher. Als Gesellschaft schliefen wir heute im Schnitt zwei Stunden weniger als noch vor 40 Jahren. Besonders gefährlich sei dies im Straßen- und Luftverkehr; in Krankenhäusern sei übermüdetes Personal eine der Ursachen für Behandlungsfehler. Die Resultate seien ein erster Schritt für einen einfachen Schlafmangel-Tests für diese Personengruppen, schreiben die Forscher.

Sie hatten zunächst Fruchtfliegen auf Schlafentzug gesetzt und auf diese Weise das Amylase-Molekül als möglichen biologischen Hinweis auf die Schläfrigkeit identifiziert. Weitere Versuche zeigten, dass auch bei Menschen, die 28 Stunden nicht geschlafen hatten, die Amylase-Aktivität zunahm.

Inwieweit sich das Molekül aber wirklich als ein so genannter Biomarker eignet, müssten allerdings weitere Untersuchungen zeigen. Früheren Versuchen zufolge veränderte sich bei Menschen mit geringerem Schlafentzug die Aktivität des Amylase-Moleküls nicht. Zudem sei unklar, wie empfindlich das Molekül beim Einzelnen Schlafmangel anzeigt - Menschen unterschieden sich sehr in ihrer Reaktion auf fehlenden Schlaf.

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