Wissenschaft
Forscherteam entdeckt ungewöhnliches Doppelsternpaar

Ein internationales Forscherteam unter Tübinger Leitung hat ein ungewöhnliches Doppelsternpaar entdeckt. Es besteht aus einem sehr heißen so genannten Weißen Zwerg und einem kleinen, vergleichsweise kühlen Begleitstern.

dpa TüBINGEN. Ein internationales Forscherteam unter Tübinger Leitung hat ein ungewöhnliches Doppelsternpaar entdeckt. Es besteht aus einem sehr heißen so genannten Weißen Zwerg und einem kleinen, vergleichsweise kühlen Begleitstern.

Beide umkreisen einander in nur sieben Stunden so eng, dass das gesamte System knapp in unserer Sonne Platz hätte, wie die Universität Tübingen am Donnerstag mitteilte. Das System mit der Bezeichnung Sdssj212531.92-010 745.9 präsentieren die Tübinger Astronomen gemeinsam mit Kollegen aus Göttingen, Großbritannien und Chile im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ (Bd. 448, S. L25).

Der Weiße Zwerg ist ein ausgebrannter Stern, der etwa 60 Prozent der Masse unserer Sonne hat und rund 90 000 Grad Celsius heiß ist. Sein Begleiter, der 40 Prozent der Sonnenmasse besitzt, ist für einen Stern mit nur 3 000 Grad relativ kühl. Durch die intensive Strahlung des nahen Weißen Zwergs wird seine Oberfläche allerdings auf mehr als 8 000 Grad aufgeheizt.

Der Weiße Zwerg gehört zur Klasse der so genannten Pg1159-Sterne. Das bedeutet, dass er - in kosmischen Maßstäben - kürzlich noch ein roter Riesenstern gewesen ist. Wie dabei genau das enge Doppelsternsystem entstehen konnte, ist noch rätselhaft, da die enge Umlaufbahn vermutlich im Inneren des Riesensterns gelegen haben müsste. Unter den Pg1159-Sternen, von denen überhaupt nur 40 bekannt sind, ist es das erste bekannte derartige Doppelsternsystem.

Die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre der Pg1159-Sterne ist eher ungewöhnlich. Im Gegensatz zu den meisten Sternen ist diese nahezu frei von Wasserstoff und wird stattdessen von Helium, Kohlenstoff und Sauerstoff dominiert.

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