Wissenschaft
Forschungspartner distanziert sich von Klonpionier

Der amerikanische Forschungspartner von Klonpionier Hwang Woo Suk in Südkorea hat sich offiziell von einer gemeinsamen Veröffentlichung über geklonte menschliche Stammzellen distanziert.

dpa NEW YORK. Der amerikanische Forschungspartner von Klonpionier Hwang Woo Suk in Südkorea hat sich offiziell von einer gemeinsamen Veröffentlichung über geklonte menschliche Stammzellen distanziert. Gerald Schatten von der Universität von Pittsburgh bat das Fachjournal „Science“, seinen Namen von der im Juni erschienenen Arbeit zurückzuziehen. Das berichtete der Rundfunksender NPR am Mittwoch in New York.

Schatten wirft Hwang vor, Teile der Studie manipuliert zu haben. Etliche Daten sähen „zu gut aus, um wahr sein zu können“, äußerte Schatten in seinem Schreiben an den Herausgeber von „Science“. Darüber hinaus habe er Zweifel an den Fotos der angeblich elf Stammzellenlinien, von denen die meisten Duplikate zu sein schienen. Die Studie in „Science“ hatte weltweit Aufsehen erregt und galt als vielversprechender Ansatz zur Behandlung schwer kranker Patienten mit eigenem, aus embryonalen Stammzellen gewonnenem Gewebe.

Hwang selbst hat eine Expertenkommission beauftragt, seine Arbeit zu überprüfen, nachdem Zweifel an ihren Ergebnissen laut geworden waren. Die Untersuchungen sollen Fachleute der Nationaluniversität von Seoul leiten, an der Hwang selber arbeitet.

Hwangs Gruppe hatte nach eigenen Angaben vom Mai erstmals Stammzellen aus geklonten Embryonen erkrankter Menschen isoliert. Die Forscher hoffen, so unter anderem eines Tages gezielte Stammzell- Therapien für schwer kranke Menschen entwickeln zu können. Es seien elf Stammzelllinien von elf geklonten Embryonen gewonnen worden, hatten die Forscher berichtet. Erst jetzt fiel auf, dass es sich bei einigen veröffentlichten Fotos nicht um die beschriebenen Originale handelt. Hwang erklärte dies mit einem Irrtum. Vorwürfe der Manipulation von Forschungsergebnissen wies sein Team zurück.

Hwang hatte im November eingestehen müssen, dass er entgegen internationalen Ethikstandards die Eizellspenden von zwei Mitarbeiterinnen für seine Forschung genutzt hatte. Auch wurden Eizellspenderinnen bezahlt. Der Forscher hatte seinen Rücktritt von allen öffentlichen Ämtern erklärt, seine wissenschaftliche Arbeit will er jedoch fortsetzen. Hwangs Team war es in 2004 als Erstem gelungen, Stammzellen von einem geklonten Embryo zu isolieren.

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