Wissenschaft
Französischer Beamter lebt mit winzigem Hirn

Ein französischer Beamter führt mit einem winzigen Gehirn ein normales Leben. Der 44-jährige Familienvater mit zwei Kindern hat weniger als die Hälfte des normalen Hirnvolumens.

dpa LONDON/MARSEILLE. Ein französischer Beamter führt mit einem winzigen Gehirn ein normales Leben. Der 44-jährige Familienvater mit zwei Kindern hat weniger als die Hälfte des normalen Hirnvolumens.

Wie seine Ärzte im britischen Fachblatt „The Lancet“ (Bd. 370, S. 262) berichten, war der Mann mit einer leichten linksseitigen Beinschwäche ins Krankenhaus gekommen. Die überraschten Ärzte entdeckten bei einer Röntgenuntersuchung des Kopfes ungewöhnlich große, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Hirn.

Der Patient sei bereits als Säugling wegen eines Wasserkopfes behandelt worden, entwickelte sich aber weitgehend normal, berichten die Mediziner um den Neurologen Lionel Feuillet von der Mittelmeer-Universität in Marseille. Nach einer erneuten Entwässerung der Hohlräume (Ventrikel) verschwanden die aktuellen Symptome im Bein. Der Röntgenbefund im Kopf blieb jedoch unverändert. In einem Intelligenztest erreichte der Mann den relativ niedrigen Intelligenzquotienten von 75. Der Bevölkerungsdurchschnitt liegt bei 100.

Vom Hirnvolumen lasse sich nicht pauschal auf die Fähigkeiten eines Menschen schließen, erläuterte der deutsche Neurologe Prof. Heinrich Lanfermann von der Medizinischen Hochschule Hannover. „Es kommt darauf an, welche Strukturen erhalten sind, das bedingt die Funktionsfähigkeit.“ Daher sei es durchaus möglich, auch mit einem stark verkleinerten Hirnvolumen einem Beruf nachzugehen.

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