Wissenschaft
Frauen bei der Partnersuche anspruchsvoller

Frauen sind einer deutsch-britischen Studie zufolge bei der Partnersuche wesentlich anspruchsvoller und wählerischer als Männer. Während Männer - ungeachtet des eigenen Aussehens - am liebsten attraktive Frauen ansprechen, suchen sich Frauen sehr gezielt Kandidaten für ein weiteres Treffen aus.

dpa BERLIN. Frauen sind einer deutsch-britischen Studie zufolge bei der Partnersuche wesentlich anspruchsvoller und wählerischer als Männer. Während Männer - ungeachtet des eigenen Aussehens - am liebsten attraktive Frauen ansprechen, suchen sich Frauen sehr gezielt Kandidaten für ein weiteres Treffen aus.

Frauen seien sich ihrer eigenen Qualitäten besser bewusst und guckten sich dazu passende Partner aus, berichten die Wissenschaftler nach der Auswertung eines „Speed-Dating“. An der Studie, die in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (online vorab) veröffentlicht wurde, waren unter anderem die Berliner Humboldt-Universität und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung beteiligt.

„Speed-Dating“ ist eine schnelle Form des Kennenlernens, bei der sich Männer und Frauen bei einem organisierten Rendez-Vouz nur wenige Minuten gegenübersitzen. Sind sich beide Seiten sympathisch, kann es ein weiteres Treffen geben - sonst eben nicht. Die Wissenschaftler, darunter die Berliner Forscher Lars Penke und Peter Todd, befragten 46 Erwachsene vor dem Rendez-Vouz nach ihren Auswahlkriterien und Vorlieben bei der Partnerwahl - und beobachteten dann ihr Verhalten in der Realität.

Dabei lagen Theorie und Praxis vor allem bei den Männern weit auseinander. Während sie vor dem Rendez-Vouz angaben, nach Partnerinnen zu suchen, die in Aussehen, Sozialstatus oder Bildung auf einer Ebene mit ihnen selbst lagen, wählten sie beim „Speed- Dating“ einfach die hübschesten Damen aus - und wünschten 50 Prozent der Kandidatinnen sofort wiederzusehen.

Frauen hingegen wollten nur jeden dritten Mann noch einmal treffen und hatten sich in wenigen Minuten ein recht stimmiges Gesamtbild ihres Gegenübers gemacht - inklusive seiner Tauglichkeit als möglicher Vater.

Die Forscher folgern aus der Untersuchung, dass tiefsitzende evolutionäre Prozesse auch heute bei der Partnerwahl eine große Rolle spielen - vielleicht sogar eine größere als die Weisheit „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Bereits der Naturforscher Charles Darwin hatte im 19. Jahrhundert vermutet, dass Frauen bei der Partnersuche die Wahl treffen.

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