Wissenschaft
Gegen Apfelwickler ist Abhilfe in Sicht

Gegen einen der schlimmsten Schädlinge im Obstbau ist Abhilfe in Sicht. Der Nachtfalter Apfelwickler war in den vergangenen Jahren zunehmend widerstandsfähig gegen ein biologisches Bekämpfungsmittel geworden.

dpa NEUSTADT/WEINSTRAßE. Gegen einen der schlimmsten Schädlinge im Obstbau ist Abhilfe in Sicht. Der Nachtfalter Apfelwickler war in den vergangenen Jahren zunehmend widerstandsfähig gegen ein biologisches Bekämpfungsmittel geworden.

Wissenschaftler mehrerer deutscher Forschungseinrichtungen haben nun entdeckt, warum die Schädlinge so rasch eine Resistenz gegen die eingesetzten Viren entwickeln konnten. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse würden bereits neue Präparate gegen den Apfelwickler erprobt, teilten die Forscher unter der Federführung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz (Neustadt/Weinstraße) mit. Ihre Erkenntnisse präsentieren sie im Fachjournal „Science“ (Bd. 317, S. 1916) von diesem Freitag.

Die gefräßigen Larven des Apfelwicklers bohren sich in Äpfel und können somit große Schäden verursachen. Im ökologischen Obstbau wird der Schädling mit einem Virus bekämpft, der gezielt nur eine Insektenart befällt. Inzwischen sind aber in 13 Apfelanlagen im Südwesten Deutschlands virusresistente Apfelwickler nachgewiesen worden. Das ist den Wissenschaftlern zufolge die weltweit erste Feldresistenz gegen einen Erreger aus der Gruppe der Baculoviren.

Nach Angaben der Forscher führt bereits eine einzige Genveränderung auf einem Erbgutträger (Geschlechtschromosom) des Apfelwickler-Weibchens dazu, dass das Tier 100 000fach weniger anfällig für die Infektion durch das Virus wird. Die Weibchen geben ihr Resistenzgen über das Geschlechtschromosom auch an ihre Nachkommen weiter. Dieser Erbgang führe in der übernächsten Generation auch zu besonders widerstandsfähigen Männchen der Apfelwickler.

Erhöht der Apfelbauer bei einem Befall die Virusmenge, beschleunigt er die Resistenzentwicklung sogar noch, fanden die Forscher heraus. Sie blicken nach eigenen Angaben dennoch zuversichtlich in die Zukunft. Dank der Forschungsergebnisse würden bereits isolierte Viren getestet, die die festgestellte Resistenz weitgehend brechen könnten.

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