Wissenschaft
Geistiges Training gut fürs Gehirn

Lesen und Töpfern können laut einer Studie das Gehirn älterer Menschen tatsächlich fithalten. „Die Studie ist deshalb interessant, weil sie zeigt, dass Altern kein passiver Prozess sein muss“, sagte der Autor der Studie, Yonas Geda.
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dpa ROCHESTER/SEATTLE. Lesen und Töpfern können laut einer Studie das Gehirn älterer Menschen tatsächlich fithalten. "Die Studie ist deshalb interessant, weil sie zeigt, dass Altern kein passiver Prozess sein muss", sagte der Autor der Studie, Yonas Geda.

Geda ist Neuropsychiater an der Mayo Klinik in Rochester (Minnesota). Sein Team hatte Menschen im Alter von 70 bis 89 Jahren nach ihren derzeitigen und früheren Gewohnheiten befragt.

Ergebnis: Menschen, die lesen, spielen, handarbeiten oder sich am Computer sinnvoll beschäftigen, haben ein um 30 bis 50 Prozent geringeres Risiko für Gedächtnisverlust im Alter als untätige Menschen. Wer im hohem Alter (70 bis 89 Jahre) weniger als sieben Stunden täglich vor dem Fernseher verbringt, hat zudem ein 50 Prozent kleineres Risiko als derjenige, der mehr als sieben Stunden vor der Flimmerkiste sitzt. Menschen, die bereits im mittleren Alter (50 bis 65 Jahre) beispielsweise sozial aktiv waren und Zeitschriften lasen, hatten laut der Untersuchung ein etwa 40 Prozent geringeres Risiko, später Probleme mit ihrem Erinnerungsvermögen zu bekommen.

Mit geistigem Training könne man sich gegen späteren Gedächtnisverlust schützen, sagte Geda laut der Mitteilung der American Academy of Neurology. Der Forscher schränkte allerdings ein, dass sich die Studie auf die Angaben der Teilnehmer zu ihrer Vergangenheit verlässt. Daher müssten die Ergebnisse noch von weiteren Untersuchungen bestätigt werden.

Die Wissenschaftler untersuchten 197 Menschen im Alter von 70 bis 89 Jahren, deren Denkleistungen leicht eingeschränkt waren oder die bereits unter Gedächtnisverlust litten. Zum Vergleich befragten sie 1 124 Menschen im gleichen Alter, die keine Probleme hatten, sich zu erinnern. Beide Gruppen mussten berichten, womit sie sich im vergangenen Jahr und im Alter von 50 bis 65 Jahren beschäftigt hatten. Die Studie soll auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology in Seattle vorgestellt werden, die am 25. April beginnt.

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