Wissenschaft
Gen-Tomaten mit 25 Mal mehr Folsäure

Eine gentechnisch veränderte Tomate mit bis zu 25 Mal mehr Folsäure als im herkömmlichen Gemüse haben US-Forscher produziert.

dpa WASHINGTON. Eine gentechnisch veränderte Tomate mit bis zu 25 Mal mehr Folsäure als im herkömmlichen Gemüse haben US-Forscher produziert. Mit ein bis zwei dieser Tomaten könne der Tagesbedarf eines Erwachsenen gedeckt werden, schreiben die Genetiker in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; online vorab veröffentlicht).

Ein Mangel an Folsäure während der Schwangerschaft kann zu Fehlbildungen beim Embryo führen. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine ausreichende Versorgung mit dem Vitamin wichtig.

Folsäure ist eine Verbindung aus drei verschiedenen Substanzen: Pteridin, para-Aminobenzoesäure und Glutaminsäure. Rocio Diaz de la Garza, Jesse Gregory und Andrew Hanson von der Universität Florida in Gainesville veränderten zunächst eine Erbinformation der Tomate so, dass in den Zellen 140 Mal so viel Pteridin gebildet wurde. Die Folsäure-Menge verdoppelte sich in der Folge jedoch nur.

In einem zweiten Schritt veränderten die Wissenschaftler deshalb Erbmaterial, dass für die Bildung der para-Aminobenzoesäure wichtig ist. Diese Tomate bildeten in der Folge bis zu 19 Mal mehr der Säure. Anschließend kombinierten die Forscher die beiden veränderten Tomaten-Linien - die Früchte enthielten daraufhin bis zu 25fach höhere Folsäure-Mengen, im Durchschnitt waren es 840 Mikrogramm je 100 Gramm Fruchtfleisch. Aussehen und Größe der Tomaten veränderten sich der Studie in „Pnas“ zufolge nicht.

Die Struktur der Folsäure in den gentechnisch veränderten Tomaten gleiche der in natürlichen Exemplaren, schreiben die Forscher. Unklar sei aber bisher, ob und wie sich der erhöhte Gehalt an Folsäure- Grundsubstanzen der im Labor produzierten Früchte auf den Menschen auswirke.

Folsäure ist ein hitze- und lichtempfindliches Vitamin. Es ist vor allem in Leber, Vollkorn-Produkten, Blattgemüse, Eigelb und Nüssen enthalten. In den USA und in Kanada wird Folsäure dem Mehl zugesetzt. Die Versorgung mit dem Vitamin hat sich in der Folge in diesen Ländern erheblich verbessert. In Deutschland nehmen der Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge fast alle Menschen zu wenig Folsäure über die Nahrung auf. Empfohlen wird eine Tagesdosis von 400 Mikrogramm.

Niederländische Forscher hatten Anfang des Jahres im britischen Medizinjournal „The Lancet“ (Bd. 369, S. 208) berichtet, dass die regelmäßige Einnahme von Folsäure bei älteren Menschen die Hirnleistung verbessern kann. Folsäure senkt die Konzentration der schädlichen Aminosäure Homcystein im Blut. Ein erhöhter Homocysteingehalt könnte demnach zu Demenz und Alzheimer führen.

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