Wissenschaft
Gene von 17 000 Menschen analysiert

In einer großen Studie mit rund 17 000 Menschen haben britische Forscher etliche Gene identifiziert, die bei Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Krankheiten eine Rolle spielen. Aus den Ergebnissen lassen sich nun neue Ansätze für mögliche Therapien ableiten.

dpa LONDON. In einer großen Studie mit rund 17 000 Menschen haben britische Forscher etliche Gene identifiziert, die bei Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Krankheiten eine Rolle spielen. Aus den Ergebnissen lassen sich nun neue Ansätze für mögliche Therapien ableiten.

Das schreiben die Wissenschaftler des britischen Wellcome Trust im Fachmagazin „Nature“ (Bd. 447, S. 661). Das Team um Peter Donnelly von der Universität Oxford hatten das Erbmaterial von jeweils 2000 Menschen mit einer von sieben häufig vorkommenden Erkrankungen analysiert. Dazu zählten neben Diabetes und Bluthochdruck auch die Darmerkrankung Morbus Crohn, koronare Herzkrankheiten, rheumatische Arthritis und manisch-depressive Erkrankungen.

Zum Vergleich nutzten die Forscher Proben von 3 000 Gesunden. Auf diese Weise identifizierten sie Genvarianten, die jeweils bei Kranken, aber seltener oder gar nicht im Erbgut gesunder Menschen vorkamen.

Die Forscher fanden beispielsweise vier Abschnitte des Erbmaterials, die bei der Veranlagung für Typ-1-Diabetes (Jungenddiabetes) eine Rolle spielen. Zudem entdeckten sie drei Gene, die mit Morbus Crohn in Zusammenhang stehen, einer chronischen, entzündlichen Darmerkrankung. Zum ersten Mal sei außerdem ein Gen gefunden worden, dass für beide Krankheiten Bedeutung habe, schreiben die Forscher. „Der Link zwischen Typ-1-Diabetes und Morbus Crohn ist eine der aufregendsten Entdeckungen des Consortiums“, erklärt Mitautor John Todd von der Universität Cambridge.

Die Analyse zeigte, dass an der Ausprägung manisch-depressiver Erkrankungen viele verschiedene Gene beteiligt sind, die jedes für sich das Risiko ein bisschen erhöhen können. Ähnliches gelte für den Bluthochdruck, der von etlichen Faktoren beeinflusst werde, schreiben die Forscher.

Die Studie ist Teil des „Case Control Consortiums“ des Wellcome Trust, einem Projekt zur Erforschung der genetischen Grundlagen von Krankheiten. Daran sind 200 Wissenschaftler Dutzender britischer Universitäten beteiligt. In den vergangenen zwei Jahren wurden bei dem Projekt nach Angaben des Wellcome Trust rund zehn Mrd. Bausteine des Erbmaterials DNA untersucht. Mehrere Ergebnisse wurden bereits veröffentlicht, zum Beispiel über die genetischen Grundlagen der Fettleibigkeit und von Typ-2-Diabetes. Noch in diesem Jahr sollen Studien zu Tuberkulose, Brustkrebs und Multipler Sklerose folgen.

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