Wissenschaft
Gentechnisch gekühlte Mäuse leben länger

Per Gentechnik künstlich unterkühlte Mäuse leben länger und bleiben bis ins Alter fit. Die Körpertemperatur beeinflusse die Lebenserwartung maßgeblich, berichtet eine internationale Forschergruppe im Journal „Science“.

dpa WASHINGTON. Per Gentechnik künstlich unterkühlte Mäuse leben länger und bleiben bis ins Alter fit. Die Körpertemperatur beeinflusse die Lebenserwartung maßgeblich, berichtet eine internationale Forschergruppe im Journal „Science“.

Mit einem Eingriff im Erbgut züchteten sie Nager, deren Körpertemperatur verglichen mit der normaler Artgenossen generell um rund ein halbes Grad Celsius niedriger lag.

Effekt: Die „gekühlten“ Mäuse hätten durchschnittlich drei Monate länger gelebt, schreibt die Gruppe um Bruno Conti vom Scripps Institut im kalifornischen La Jolla. Unveränderte Mäuse seien rund 27 Monate alt geworden. Auf den Menschen übertragen entspräche das einer Lebensverlängerung von sieben bis acht Jahren, schreibt Clifford Saper von der Harvard Medical School in Boston in einem Begleittext.

Für den Kniff im Erbgut veränderten die Wissenschaftler ein Gen in einer Art zentralem Thermostat im Zwischenhirn der Mäuse. Dort steuert der Körper seine Temperatur. Die Forscher veränderten die Mäuse so, dass sich die Temperatur um die Hirnregion erhöhte. Im Gegenzug regelte die Steuerregion die Körpertemperatur herab - um durchschnittlich 0,3 bis 0,5 Grad Celsius.

Warum eine verringerte Körpertemperatur das Leben verlängert, sei noch unklar, schreiben die Forscher. Sie vermuten, dass unterkühlte Mäuse Energie effizienter nutzen können. Bei der Produktion von Energie im Körper entstehen so genannte freie Radikale. Diese schädigen das Gewebe und gelten als Schlüsselfaktoren für das Altern. Je effizienter die Energieausnutzung ist, desto weniger freie Radikale werden produziert.

Bislang sei der lebensverlängernde Effekt einer niedrigeren Körperkerntemperatur meist mit strenger Diät in Zusammenhang gebracht worden, schreiben die Autoren. Ihre Studie zeige nun erstmals eine Lebensverlängerung ohne Einschränkungen beim Essen. Die transgenen Mäuse hätten genauso viel gefressen wie ihre Artgenossen. Lediglich ihr Körpergewicht nahm leicht zu.

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