Wissenschaft
Genveränderung führt zu Bewegungsmangel und Körperfett

Manche Menschen bewegen sich möglicherweise auf Grund einer Genveränderung weniger - und neigen daher eher zur Fettsucht.

dpa HEIDELBERG. Manche Menschen bewegen sich möglicherweise auf Grund einer Genveränderung weniger - und neigen daher eher zur Fettsucht.

„Wir haben einen genetischen Faktor bei Mäusen gefunden, der die spontane körperliche Aktivität sehr stark beeinflusst und direkt mit der Nahrungsaufnahme koppelt“, sagte Mathias Treier vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (Embl) in Heidelberg. Da Menschen dasselbe Molekül besitzen, könnte es der Schlüssel sein, warum dieselbe Ernährung einige Menschen mehr zunehmen lässt als andere, schreiben die Forscher des Embl, des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam und der Universität von Cincinnati in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals „Cell Metabolism“ (Bd. 5/6, S. 450).

„Wenn man hungrig ist, geht der Bewegungsdrang nach oben, um auf Nahrungssuche zu gehen“, berichtete Treier. „Das sind ganz ursprüngliche biologische Prozesse.“ Mäuse mit einer Mutation des Gens Bsx dagegen waren viel fauler als ihre Artgenossen - sie zeigten weniger spontane Aktivität und gingen seltener auf Nahrungssuche, selbst wenn sie hungrig waren. Die Wissenschaftler hoffen daher, mit Hilfe dieses Gens die Prozesse weiter zu entschlüsseln, die zur ernährungsbedingten Fettsucht bei Menschen führen. Langfristig könnten Medikamente gegen das Bsx-Molekül entwickelt werden, die das Körpergewicht positiv beeinflussen, sagte Treier.

Das Körpergewicht wird vor allem von zwei Faktoren maßgeblich bestimmt, der Nahrungsaufnahme und der körperlichen Aktivität - sogar unbewussten kleinen Bewegungen wie mit dem Fuß zu wippen. Beide Faktoren werden von einer bestimmten Hirnregion, dem so genannten Hypothalamus, reguliert.

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