Wissenschaft
Gewichtszunahme bei jungen Erwachsenen erhöht Diabetesrisiko

Wer als junger Erwachsener an Gewicht zulegt, hat später ein höheres Diabetesrisiko. Das zeigt die Auswertung einer europäischen Langzeitstudie, wie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung am Dienstag in Potsdam mitteilte.

dpa POTSDAM. Wer als junger Erwachsener an Gewicht zulegt, hat später ein höheres Diabetesrisiko. Das zeigt die Auswertung einer europäischen Langzeitstudie, wie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung am Dienstag in Potsdam mitteilte.

Bei Menschen, die bereits in den Jahren zwischen 25 und 40 um zwei bis drei Kilogramm zunehmen, erhöht sich das Risiko für Diabetes vom Typ zwei (Altersdiabetes) um rund 25 Prozent. Dieselbe Gewichtszunahme im Alter zwischen 40 und 55 Jahren steigert das Diabetesrisiko dagegen nur halb so stark, um elf bis 13 Prozent. Die Ergebnisse wurden in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift „The American Journal of Clinical Nutrition“ (Bd. 84, S. 427) veröffentlicht.

Verschiedene Studien belegten bereits einen Zusammenhang zwischen Gewichtszunahme und Diabetesrisiko, erklärte Anja Schienkiewitz, Erstautorin der Studie. „Unsere Untersuchung weist jedoch erstmals darauf hin, dass auch der Zeitpunkt der Gewichtszunahme eine wichtige Rolle spielt.“ Besonders deutlich wird das bei Menschen, die sehr stark zunehmen: Wer als Mann bereits in jungen Jahren zwölf Kilo oder mehr über dem Normalgewicht zulegt, hat ein 1,5fach höheres Diabetesrisiko als Geschlechtsgenossen, die erst im Alter so stark zunehmen. Bei Frauen ist dieses relative Risiko sogar 4,3 Mal höher.

Dabei erhöht das im Alter zwischen 25 und 40 Jahren erworbene Übergewicht das Diabetesrisiko nach Angaben der Forscher selbst dann, wenn es in diesem Lebensabschnitt zu keiner weiteren Gewichtszunahme mehr kommt. Zudem setze die Erkrankung drei bis fünf Jahre früher ein. Da die Zahl junger übergewichtiger Erwachsener in Deutschland stetig steige, gäben die Ergebnisse „Anlass zur Sorge“, erklärte der Leiter der Potsdamer Epic-Studie, Heiner Boeing. Zudem verdeutlichten sie, wie wichtig es sei, zeitlebens auf sein Gewicht zu achten.

Die so genannte Epic-Studie untersucht Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs sowie anderen chronischen Erkrankungen. Dafür wurden zwischen 1992 und 1998 europaweit mehr als eine halbe Million Menschen zu ihren Ernährungsgewohnheiten und Lebensumständen befragt. An der Potsdamer Epic-Studie nahmen 27 548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teil. Für die aktuelle Untersuchung werteten die Forscher Daten von 7 720 Männern und 10 371 Frauen aus.

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