Wissenschaft
Gigantische Meeresechse auf Spitzbergen entdeckt

Norwegische Forscher haben eine der größten Meeresechsen ausgegraben, die je in den Weltmeeren schwamm. Das fast 15 Meter lange Tier zog vor 150 Millionen Jahren durch die nördlichen Meere.

dpa OSLO. Das Fossil auf Spitzbergen, das die Experten „Monster“ tauften, gehört zu den gewaltigsten Exemplaren der Pliosaurier, die einen riesigen Schädel, imposante Zähne und vier Flossen hatten. Allein letztere seien bei dem nun entdeckten Tier fast drei Meter lang gewesen, teilte die Universität Oslo am Mittwoch mit. „Ein großer Pliosaurier wäre in der Lage gewesen, einen Kleinwagen ins Maul zu nehmen und durchzubeißen“, sagte der Paläontologe Richard Forrest dem britischen Sender BBC.

Nach der bisherigen Untersuchung der Knochen geht Expeditionsleiter Jørn Hurum davon aus, dass es sich bei dem Fund um eine neue Art der Pliosaurier handelt. Diese gehörten damals zu den gefährlichsten Raubtieren im Meer, zu ihrer Beute zählten tintenfischartige Tiere, Fische und Meeresreptilien.

Pliosaurier erreichten normalerweise nur eine Länge von fünf bis sechs Metern, bislang war als einer der größten der Kronosaurier mit zehn bis elf Metern bekannt. Sie gehören zur Ordnung der Plesiosaurier. „Die Bedeutung (des Fundes) besteht nicht nur darin, dass es sich dabei um einen der größten und relativ komplett erhaltenen Plesiosaurier handelt, der jemals gefunden wurde“, sagte Patrick Druckenmiller von der University of Alaska und Expeditionsteilnehmer. „Deutlich wird auch, dass diese gigantischen Tiere die nördlichen Meere unseres Planeten während der Zeit der Dinosaurier bewohnt haben.“ Die ältesten Dinosaurierarten lebten vor mehr als 200 Mill. Jahren. Vor 65 Millionen Jahren starben sie aus.

Das Team des Museums für Naturkunde der Universität Oslo musste Hunderte Tonnen Steine beseitigen, um zu dem Skelett vorzudringen. „Die großen Knochenstücke und die Struktur der Stücke machten klar, dass es um etwas Großes ging“, sagte Hurum. Die Überreste der Riesenechse entdeckten die Wissenschaftler bereits im Sommer 2006. Ausgegraben wurden Schädel, Zähne, Teile des Nackens und Rückens, Schultern und Flossen ein Jahr später.

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