Wissenschaft
Grönlands Eis schmilzt immer schneller

Die Eisdecke Grönlands schwindet immer schneller. Rund 240 Kubikkilometer Eis schmolzen jährlich alleine von April 2002 bis November 2005, wie Forscher der Universität von Texas im US-Fachjournal „Science“ (Online-Vorabveröffentlichung) am Donnerstag berichteten.

dpa NEW YORK/WASHINGTON. Die Eisdecke Grönlands schwindet immer schneller. Rund 240 Kubikkilometer Eis schmolzen jährlich alleine von April 2002 bis November 2005, wie Forscher der Universität von Texas im US-Fachjournal „Science“ (Online-Vorabveröffentlichung) am Donnerstag berichteten.

Das sei jährlich drei Mal so viel wie in den Jahren zuvor: Von 1997 bis 2003 verlor Grönland jedes Jahr demnach nur knapp 80 Kubikkilometer seiner Eisfläche. Das sei eine weitere Bestätigung für die steigende globale Erwärmung, schreiben die Forscher.

Für die Messungen benutzte das Team um Jianli Chen Daten, die der Satellit Gravity Recovery and Climate Experiment (Grace) per Interferometrie ermittelte. Der größte Verlust von Eisfläche ist demnach im Südosten Grönlands zu beobachten. Während vor allem an den Rändern das Eis immer schneller schmelze, bleibe das Innere allerdings bisher unangetastet, hieß es.

Grönland besitzt mit 2,5 Mill. Kubikkilometern die zweitgrößte Eismasse der Erde, das sind zehn Prozent des weltweiten Eises. Wenn die Eiskappe komplett schmelzen würde, könnte der Wasserspiegel der Weltmeere um 6,5 Meter ansteigen.

In einer weiteren Studie berichtete ein internationales Team, dass der Schneefall in der Antarktis bislang nicht wie von vielen Forschern vermutet zugenommen hat. Einige Wissenschaftler hatten angenommen, dass die Schneemenge am Südpol mit zunehmenden Temperaturen gewachsen sei und damit den Anstieg des Meeresspiegels vermindert habe. In wärmerer Luft entsteht mehr Schnee, da sie mehr Feuchtigkeit enthält.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe sich der Schneefall am Südpol nicht signifikant verändert, schreiben Andrew Monaghan von der Ohio State University und Kollegen ebenfalls in „Science“ (Bd. 313, S. 827). Die Wissenschaftler hatten unter anderem Daten von Eisbohrkernen und Wetterbeobachtungen ausgewertet. Allerdings seien die Schwankungen von Jahr zu Jahr sehr groß. In den kommenden Jahrzehnten seien weitere Satellitenbeobachtungen nötig, um die künftige Schneeentwicklung zu beobachten.

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