Wissenschaft
Hautfarbe-Gen gibt Einblick in Evolution

Das ausschlaggebende Gen für die helle Haut der Europäer und die dunkle Farbe der Afrikaner ist von US-Forschern entdeckt worden. Die Erbanlage kommt in zwei Formen vor, berichtete das Team von der Staatlichen Universität von Pennsylvania am Freitag in „Science“ (Bd. 310, S. 1 782).

dpa WASHINGTON. Das ausschlaggebende Gen für die helle Haut der Europäer und die dunkle Farbe der Afrikaner ist von US-Forschern entdeckt worden. Die Erbanlage kommt in zwei Formen vor, berichtete das Team von der Staatlichen Universität von Pennsylvania am Freitag in „Science“ (Bd. 310, S. 1 782).

99 Prozent der Europäer haben eine Version des Gens Slc24a5 in ihrem Erbgut, 93 bis 100 Prozent aller Afrikaner die andere Version von Slc24a5.

Die unterschiedlichen Formen des Hautfarbe-Gens schenken nach Meinung des federführenden Autors, Keith Cheng, Einblick in die Evolution der menschlichen Hautfarbe. „Absolut originell und bahnbrechend“ lobt der australische Molekularbiologe Richard Sturm (Brisbane) die Forscherarbeit in einem Begleitartikel von „Science“.

Demnach legten sich die Urahnen des Menschen vor etwa 1,5 Mill. Jahre eine dunkle Hautfarbe zu, als ihr Körper mehr und mehr seines dichten Haarwuchses verlor. Die bedeckende Farbe schützte ihren unbedeckten Körper vor den ultravioletten Strahlen der Sonne. UV-Strahlen zerstören das wichtige B-Vitamin Folsäure im Körper, dessen Verlust eine Reihe schwerer Gesundheitsschäden verursachen und unter anderem zu Geburtsdefekten führen kann.

Als dann die Vorfahren der Europäer in die nördlichen Breitengrade vordrangen, war erneut eine evolutionäre Anpassung der Hautfarbe von Nöten. Die dunkle Haut wehrte zu viel des im Norden selteneren Sonnenlichts ab und verhinderte damit die chemische Reaktion im Körper, die das lebensnotwendige Vitamin D produziert.

Cheng und Kollegen identifizierten das Farb-Gen zunächst in einer seltenen Variante des kleinen Zebrafisches. Die mutierte Art hat hellere Streifen als die normalen Zebrafische und eine fast goldene Farbe. Cheng und Kollegen führten den Unterschied bei dem kleinen gestreiften Aquariumsfisch auf ein Gen zurück, das die Melanosom-Produktion beeinflusst. Melanosome sind winzige schwarze Pigment-Partikel, die der Haut ihre Farbe geben. Genau die gleiche Wirkung hat das menschlichen Slc24a5-Gen: Es produziert bei Schwarzen größere Melanosome, die sich noch dazu oft verklumpen, und bei Weißen kleinere Melanosome mit größerem Abstand zu einander.

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