Wissenschaft
Hintergrund: „Stardust“ erklärt die Geschichte des Sonnensystems

Die Raumsonde „Stardust“ (Sternenstaub), die am Sonntag mit Kometenstaub an Bord zur Erde zurückkehrt, wird Planetenforschern einen einzigartigen Blick in die Geschichte des Sonnensystems erlauben.

dpa MüNSTER. Die Raumsonde „Stardust“ (Sternenstaub), die am Sonntag mit Kometenstaub an Bord zur Erde zurückkehrt, wird Planetenforschern einen einzigartigen Blick in die Geschichte des Sonnensystems erlauben.

„Erstmals werden wir - seit der Mondmission "Apollo 17" vor 33 Jahren - wieder Festkörper aus dem All untersuchen können“, erläuterte der Physiker und Planetologe Thomas Stephan von der Universität Münster in einem dpa-Gespräch. Der Staub sei so weit weg von der Sonne eingefangen worden, dass er kaum verändert worden sei. „Das ist das ursprünglichste Material, was man haben kann“, betonte Stephan, der vier der insgesamt sechs weltweiten „Stardust“-Expertenteams angehört.

Planeten und Asteroiden, die sich nah der Sonne bewegten, seien für die Forschung über die Entstehung des Sonnensystems weniger aussagekräftig, weil sie sich mit der Zeit verändert hätten. Dies gelte auch für Meteoriten, die auf der Erde einschlagen. Komet Wild 2, der während der siebenjährigen Reise der Nasa-Sonde angeflogen worden war, bewegte sich bis 1974 außerhalb des inneren Sonnensystems, bevor er von Jupiter aus seiner Bahn geworfen wurde. „Daher sind genauere Rückschlüsse möglich.“

Von den Staubproben erhofft sich Stephan nicht nur Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems selbst. „Wir werden auch organische Moleküle des Kometenstaubs untersuchen und so vielleicht erfahren, wie das Leben auf der Erde entstanden ist“, sagte er. Erste Ergebnisse werde es aber voraussichtlich erst in etwa einem halben Jahr geben.

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