Wissenschaft
Implantierte Schweinezellen nach zehn Jahren noch lebendig

Implantierte Schweinezellen zur Insulinproduktion haben zehn Jahre im Körper eines Neuseeländers überlebt. Sie produzieren auch weiterhin Insulin für den Diabetiker, wie das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 598, S. 8) in seiner nächsten Ausgabe berichtet.

dpa LONDON. Implantierte Schweinezellen zur Insulinproduktion haben zehn Jahre im Körper eines Neuseeländers überlebt. Sie produzieren auch weiterhin Insulin für den Diabetiker, wie das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 598, S. 8) in seiner nächsten Ausgabe berichtet.

Forscher des Living Cell Technology Instituts (LCT) in Auckland hatten 1996 die Insulinzellen in die Bauchfellhöhle des Mannes eingesetzt und ihn zehn Jahre später untersucht.

Eine so lange Lebensrate von Tierzellen im Körper ist ungewöhnlich, da das menschliche Immunsystem normalerweise sehr aggressiv gegen das Fremdgewebe vorgeht und es zerstört. Aus diesem Grund hatten die neuseeländischen Forscher ein Gel aus Algenmasse genutzt, in das sie die Insulinzellen des Schweins einbetteten. Durch die Algenhülle könnten Nährstoffe und Insulin ausgetauscht werden, ohne das die tierischen Zellen vom Immunsystem entdeckt und angegriffen würden, erläuterte LCT-Chefwissenschaftler Bob Elliott.

Zehn Jahre nach der Implantation ist der Patient zwar nicht geheilt, aber es leben immer noch einige Zellen. Versuche mit menschlichen Zellen verlaufen weitaus erfolgreicher, doch ist die Zahl verfügbarer Organspender nicht ausreichend für den Bedarf. Schweine könnten speziell für die Insulinproduktion gezüchtet werden.

Ein Jahr nach der Implantation musste sich der Patient Michael Helyer der Studie zufolge nur noch ein Drittel der ursprünglichen Menge Insulin spritzen. Obwohl dieser Effekt nach einigen Jahren nachgelassen habe, sei Helyers Zustand noch heute besser als vor dem Eingriff, berichtet der „New Scientist“. Dies könne aber auch auf andere Faktoren, wie Bewegung oder die Aufnahme von Kohlenhydraten, zurück zu führen sein.

Die Studie zeigt auch, dass Helyer keinerlei Krankheiten oder Infektionen von den Schweinezellen davon trug. Eine große Befürchtung beim Verpflanzen von tierischem Gewebe ist, dass der Mensch sich mit gefährlichen tierischen Erregern ansteckt und diese dann verbreitet. Im Falle von Helyer verwendeten die LCT-Forscher deshalb Schweine von einer isolierten Insel in der Antarktis. Die Originalstudie wurde im Fachblatt „Xenoimplantation“ (Bd. 14, S. 157) im März veröffentlicht.

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