Wissenschaft
Indonesischer „Hobbit“ war keine eigene Menschenart

Indonesiens „Hobbit“ war vermutlich doch keine eigenständige Menschenart. Es handle sich vielmehr um einen Menschen mit deformiertem Schädel und Körper, berichtet eine internationale Forschergruppe um Robert Eckhart von der Staatlichen Universität Pennsylvania.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. Indonesiens „Hobbit“ war vermutlich doch keine eigenständige Menschenart. Es handle sich vielmehr um einen Menschen mit deformiertem Schädel und Körper, berichtet eine internationale Forschergruppe um Robert Eckhart von der Staatlichen Universität Pennsylvania.

Die Wissenschaftler schreiben in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; Online-Vorabveröffentlichung), dass die körperlichen Merkmale des Hominiden von der indonesischen Insel Flores noch innerhalb der Bandbreite eines modernen Menschen (Homo sapiens) liegen.

Das „Hobbit“ getaufte Fossil war vor zwei Jahren in der Liang-Bua- Höhle auf Flores entdeckt worden. Auf Grund seines Fundorts erhielt er die lateinische Bezeichnung Homo floresiensis. Wegen seines ungewöhnlich kleinen Schädels und des besonderen Körperbaus hatten Forscher ihn als eigenständige Hominidenart eingeschätzt, die sich isoliert auf der Pazifikinsel entwickeln konnte. Jener Theorie nach hatten sich Vorfahren des modernen Menschen (Homo erectus) vor etwa 840 000 Jahren auf Flores niedergelassen und sich dort isoliert zu der eigenen Art entwickelt.

Jetzt korrigierte das Forscherteam aus Indonesien, Australien und den USA die damalige Theorie unter Bezug auf geographische und anthropologische Daten. Demnach waren vor dem „Hobbit“ wenigstens zwei Mal Elefantenherden auf die Insel Flores gekommen. Diese Tatsache mache es unwahrscheinlich, dass im Gefolge der Tiere nicht auch Hominiden von benachbarten Inseln auf Flores eintrafen.

Zudem war die Insel nicht groß genug, um damaligen Jägern und Sammlern ein Dasein zu bieten. Damit sei die Evolution einer eigenen isolierten Hominidenart ausgeschlossen, folgern die Forscher. Da das Skelett von Liang Bua der einzige eines angeblichen „Hobbits“ von der Insel Flores war, ordnen sie es vielmehr einem deformierten Menschen mit krankhaft kleinem Schädel (Mikrozephalie) zu.

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