Wissenschaft
Kieler Institut zeigt bedrohte Kaltwasserkorallen

Kieler Meeresforscher zeigen erstmals die bedrohten Kaltwasserkorallen. Von Freitagabend an ist im Aquarium des Leibniz- Instituts für Meereswissenschaften am Förde-Ufer die filigrane Steinkoralle Lophelia pertusa in einem speziell eingerichteten Becken zu sehen.

dpa KIEL. Kieler Meeresforscher zeigen erstmals die bedrohten Kaltwasserkorallen. Von Freitagabend an ist im Aquarium des Leibniz- Instituts für Meereswissenschaften am Förde-Ufer die filigrane Steinkoralle Lophelia pertusa in einem speziell eingerichteten Becken zu sehen. Nach Institutsangaben handelt es sich um eine Weltpremiere.

Die besonderen Ökosysteme dieser Riff bildenden Kaltwasserkorallen sind bereits seit Jahren durch Schleppnetzfischerei, Kabel und Öl- Pipelines gefährdet, hieß es. Seit kurzem schlagen Forscher zusätzlich Alarm, weil auch die zunehmende Versauerung der Ozeane die Kalk bildenden Organismen bedroht. Hintergrund sind die zunehmenden Kohlendioxid-Emissionen. Wissenschaftler befürchten, dass sich Korallen in weiten Gebieten des Ozeans deshalb sogar ganz auflösen könnten.

Kaltwasserkorallen waren erst vor wenigen Jahren in den Blickpunkt der Forscher geraten, weil ihr Lebensraum in der Meerestiefe nur mit aufwendiger Technik wie Tauchbooten und ferngesteuerten Robotern erkundet werden kann. Sie bilden ebenso wie ihre Verwandten in den Tropen mächtige Riffe, die sich kilometerweit erstrecken. So befindet sich den Angaben zufolge vor der Westküste Europas ein mehr als 4 500 Kilometer langer Gürtel von Lophelia-Riffen. Er reicht von Westafrika im Süden bis nach Nordnorwegen.

Im März dieses Jahres waren die Meeresbiologen Prof. Ulf Riebesell und Armin Form von dem Kieler Meeresforschungsinstitut mit dem Forschungstauchboot „Jago“ vor der Küste Norwegens getaucht, um Exemplare zur Forschung zu sammeln. Jetzt untersuchen die Wissenschaftler die Kaltwasserkorallen in speziell dafür entwickelten Aquariensystemen.

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