Wissenschaft
Kleinster erdähnlicher Planet außerhalb des Sonnensystems entdeckt

Eine internationale Forschergruppe hat den bislang kleinsten erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt.

dpa PARIS/LONDON. Eine internationale Forschergruppe hat den bislang kleinsten erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der so genannte Exoplanet hat nur rund fünf Mal so viel Masse wie die Erde und umkreist seinen Stern in etwa zweieinhalbfach größerem Abstand als unser Heimatplanet die Sonne.

Er besteht vermutlich aus Gestein und Eis, wie die Astronomen im britischen Fachjournal „Nature“ (DOI: 10.1 038/nature04441) von diesem Donnerstag berichten.

Da sein Stern viel schwächer strahlt als die Sonne, dürfte es auf dem Ogle-2005-BLG-390lb bezeichneten Planeten rund -220 Grad Celsius kalt sein und damit ähnlich frostig wie auf dem Eiszwerg Pluto am Rande unseres eigenen Sonnensystems. Das mache Leben auf dem neu entdeckten Himmelskörper unwahrscheinlich, erklärte Pascal Fouqué vom Astrophysikalischen Labor von Toulouse und Tarbes. Der neue Exoplanet liegt im Sternbild Schütze in der sehr großen Entfernung von 25 000 bis 28 000 Lichtjahren - das entspricht rund einem Viertel der Ausdehnung unserer Milchstraße. Er umkreist seinen Stern mit der Bezeichnung Ogle-2005-BLG-390 einmal in zehn Erdjahren.

Der Exoplanet wurde mit Hilfe einer für die Planetenjagd neuen Technik gefunden, dem so genannten Mikro-Gravitationslinseneffekt. Dabei verrät sich der normalerweise in keinem irdischen Teleskop sichtbare Planet durch seine Schwerkraft, die gemäß Albert Einsteins Relativitätstheorie das Licht eines dahinter liegenden Sterns beugt, wenn er zufällig vor diesem vorbeizieht. Im Probing Lensing Anomalies Network (Planet) fahnden Astrophysiker aus zwölf Staaten nach solchen Ereignissen.

Drei weit entfernte Exoplaneten wurden in den vergangenen Jahren mit dieser Methode gefunden. Insgesamt sind mittlerweile über 150 ferne Planeten bekannt. Die meisten davon liegen vergleichsweise dicht an der Erde und verrieten sich durch die Schlingerbewegung, die sie ihrem Stern durch die eigene Schwerkraft aufzwingen. Entsprechend sind diese Exoplaneten in der Regel viel größer als die Erde, etwa wie der Riesenplanet Jupiter, der rund 300 Mal so viel Masse besitzt wie unser Heimatplanet.

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