Wissenschaft
Klimaschutz in reichen Ländern kann zu Urwald-Abholzung führen

Der steigende Bedarf an umweltfreundlichen Kraftstoffen in Europa kann nach Expertenmeinung die Urwälder in Entwicklungsländern bedrohen.

dpa LONDON. Der steigende Bedarf an umweltfreundlichen Kraftstoffen in Europa kann nach Expertenmeinung die Urwälder in Entwicklungsländern bedrohen. Der tropische Regenwald auf Borneo, Heimat der Orang-Utans, und der Amazonas-Wald in Brasilien würden abgeholzt, um auf den Flächen Palmöl oder Soja-Öl zu produzieren.

Das berichtet das Magazin „New Scientist“ in seiner Ausgabe vom nächsten Samstag. Dies werde in Europa und Nordamerika zunehmend als umweltfreundlicher Treibstoff verbraucht. Und steigende Preise könnten diese Entwicklung beschleunigen.

„Die Ausweitung der Produktion von Palmöl ist einer der Hauptgründe der Regenwaldzerstörung in Südostasien. Es ist eines der umweltzerstörendsten Produkte dieses Planeten“, sagte der Direktor der Regenwaldstiftung in Großbritannien, Simon Counsell. „Es scheint einmal wieder, dass wir unsere Umweltprobleme lösen wollen, indem wir sie in die Entwicklungsländer verlagern, wo sie einen verheerenden Effekt auf die Bevölkerung haben.“

Bislang werde der Bio-Öl Markt in Europa noch von heimischem Rapsöl dominiert, schreibt das Magazin. Aber die steigende Nachfrage als Nahrungsmittel und damit steigende Preise mache auch Palm- und Sojaöl für die verabeitenden Unternehmen interessant. Roger Higman von der Umweltorganisation Friends of the Earth forderte sicherzustellen, dass für das Bio-Öl kein Regenwald zerstört werde.

In Deutschland hat sich die Produktion von Biodiesel laut „New Scientist“ seit 2003 verdoppelt. Es gebe Pläne, auch Palmöl zu verwenden. Gesetze in europäischen Ländern, die Pflanzenöle als Treibstoffzusatz fordern, zählten zu den Hauptgründen dafür, dass mehr Biokraftstoffe produziert werden, schreibt das Magazin. Großbritannien habe gerade ein Gesetz verabschiedet, dass bis 2010 fünf Prozent der Treibstoffe im Verkehr aus Bio-Öl stammen müssen. Befürworter verweisen darauf, dass beim Verbrennen des Kraftstoffs kein zusätzliches Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt, weil der Kohlenstoff beim Wachsen der Pflanzen aus der Atmosphäre entnommen wurde.

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