Wissenschaft
Klimaveränderungen gefährden auch deutschen Fischbestand

Klimaveränderungen gefährden nach Ansicht von Experten auch den Fischbestand deutscher Binnengewässer.

dpa DRESDEN. Klimaveränderungen gefährden nach Ansicht von Experten auch den Fischbestand deutscher Binnengewässer. Während bislang die Eiablage mit dem Wachstum des Planktons einherging, wird dieses Gleichgewicht bereits bei geringen Temperaturveränderungen gestört, teilte das Institut für Hydrobiologie der Technischen Universität Dresden am Freitag mit.

In diesem Fall fehle Jungfischen, die täglich bis zu 100 Prozent ihres Körpergewichts an Futter aufnehmen müssten, die Nahrung. „Es wird ein Loch in die Nahrungskette gerissen mit derzeit noch unübersehbaren Konsequenzen für die Fischerei und die Wassergüte“, sagte Institutschef Jürgen Benndorf.

„Wenn jeder Organismus im Gewässer für sich allein lebte, wäre eine Temperaturerhöhung von ein bis drei Grad nicht das Problem. Wenn aber ein System von Organismen betroffen ist, von denen jedes unterschiedlich auf die Schwankungen reagiert, erfolgt eine Störung des Gesamtsystems“, sagte Benndorf der dpa. Ein Wasserfloh als Beutetier reagiere anders auf Temperaturanstieg als der Fisch als Räuber. „Mit Klimaänderungen wird eine über Jahrtausende eingespielte Harmonie gestört.“ Die Frage sei, wie schnell sich die Organismen an solche Prozesse anpassen können.

Die Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DLG) führt zu diesem und anderen Themen von Montag bis Freitag kommender Woche in Dresden eine internationale Tagung durch. Dazu haben sich rund 450 Wissenschaftler aus den USA, Kanada, Dänemark und weiteren Staaten angesagt. Die Limnologie befasst sich mit der Ökologie von Binnengewässern. Die DLG wurde 1984 mit dem Ziel gegründet, ökologische Zusammenhänge in Wasserwirtschaft und Gewässerschutz zu beachten.

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