Wissenschaft
Klimawandel ändert Wachstum von Fischen

Washington (dpa) ­ Der Klimawandel verändert das Wachstum mancher Fische im Pazifik. Durch die höheren Temperaturen in den oberen Wasserschichten wachsen die dort lebenden Fische knapp 30 Prozent schneller als noch vor etwa 50 Jahren.

Washington (dpa) ­ Der Klimawandel verändert das Wachstum mancher Fische im Pazifik. Durch die höheren Temperaturen in den oberen Wasserschichten wachsen die dort lebenden Fische knapp 30 Prozent schneller als noch vor etwa 50 Jahren.

Das berichten australische Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“; online veröffentlicht). In den tieferen, abkühlenden Regionen hingegen verlangsame sich das Wachstum der Fische.

Ronald Thresher von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (Csiro) in Australien und seine Mitarbeiter hatten für ihre Studie acht verschiedene, besonders langlebige Fischarten aus dem Südwestpazifik untersucht. Die Forscher maßen die Wachstumsringe an den Ohrknochen von Fischen, die zwischen 1987 und 1996 gefangen wurden. Ähnlich wie die Jahresringe bei Bäumen erlauben diese Ringe Rückschlüsse auf das Alter und die Wachstumsgeschwindigkeit der Tiere.

Das Alter der untersuchten Fische betrug zwei bis 128 Jahre. Dann bestimmten die Forscher, um wie stark einzelne Exemplare der untersuchten Arten in ihren „Jugendjahren“ gewachsen waren. Bei sechs der acht Arten habe sich die Wachstumsgeschwindigkeit im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts verändert, schreiben die Wissenschaftler.

Beim Großaugen-Morwong (Nemadactylus macropterus) etwa, der in Tiefen zwischen 40 und 400 Metern lebt, habe sich das durchschnittliche Wachstum seit 1950 um 0,73 Prozent pro Jahr beschleunigt. Das Wachstum von Allocyttus verrucosus hingegen ­ einer Art, die in Tiefen von bis zu 1 800 Metern vorkommt ­ habe sich um 0,3 Prozent pro Jahr verlangsamt.

Die Entwicklung der Wachstumsraten decke sich gut mit den Temperatur-Veränderungen im Südwestpazifik, schreiben die Wissenschaftler weiter. So seien die Oberflächentemperaturen in den vergangenen 50 Jahren gestiegen, in mittleren Tiefen hingegen gebe es seit Mitte des 19. Jahrhunderts einen Abkühlungstrend. Die anhaltende globale Erwärmung könne allerdings dazu führen, dass die Fische auch in größeren Tiefen künftig schneller wachsen.

Es sei denkbar, dass einige Arten auf Grund ihres schnelleren Wachstums die Belastung durch den Fischfang besser abfedern könnten. Die langsamer wachsenden Arten seien jedoch umso stärker durch die Überfischung bedroht. Vermutlich seien ähnliche Veränderungen auch in anderen Ozeanen zu beobachten.

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