Wissenschaft
Klimawandel bringt tropische Blaualgen bis Norddeutschland

Tropische Blaualgen haben sich bis nach Norddeutschland ausgebreitet. Als Ursache sehen Berliner Forscher den Klimawandel an: „Wir rechnen mit weit reichenden Veränderungen der planktischen Lebensgemeinschaften unserer Gewässer durch diese Invasion tropischer Arten“.

dpa BERLIN. Tropische Blaualgen haben sich bis nach Norddeutschland ausgebreitet. Als Ursache sehen Berliner Forscher den Klimawandel an: „Wir rechnen mit weit reichenden Veränderungen der planktischen Lebensgemeinschaften unserer Gewässer durch diese Invasion tropischer Arten“.

Das sagte Studienleiterin Claudia Wiedner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Bei der Untersuchung habe das Forscherteam vor allem die tropische Blaualgenart Cylindrospermopsis raciborskii in norddeutschen Seen gefunden, teilte das IGB am Mittwoch mit.

Blaualgen sind Bakterien, die wegen der Bildung auch giftiger Stoffe vor allem im Sommer ein Problem an Badeseen darstellen können. Vergangenen Sommer beispielsweise war das Baden in mehreren Seen an der schleswig-holsteinischen Küste zeitweise verboten, weil die Algenbelastung dort die Grenzwerte überschritten hatte.

Das Wissenschaftsteam vom IGB, der Technischen Universität Cottbus und des Umweltbundesamtes entdeckte bei seiner Studie auch das Gift Cylindrospermopsin. Allerdings stammte dies nicht von den eingewanderten tropischen, sondern von zwei heimischen Arten, hieß es. Die bisherigen Ergebnisse bilden nach Ansicht der Forscher eine gute Grundlage, um konkrete Empfehlungen zur Überwachung von Badegewässern und Trinkwasser-Quellen erarbeiten zu können. Ihre Studie wollen die Forscher am 19. April bei einem internationalen Symposium in Berlin genauer vorstellen.

Wasser, das mit großen Mengen bestimmter Blaualgen belastet ist, kann zu Hautreizungen und beim Schlucken zu Übelkeit und Erbrechen führen. Nach Ansicht von Experten sollten Eltern vor allem auf Kleinkinder aufpassen, damit sie das toxische Material beim Baden nicht aufnehmen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass man bei Blaualgenbefall eine größere Wassermenge trinkt, weil das Wasser meist sehr unappetitlich aussieht und im Extremfall auch nach Schwefelwasserstoff stinkt.

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