Wissenschaft
Klimawandel-Forschung auf Deutschlands höchstem Gipfel

Auf der Zugspitze hat am Mittwoch eine Bohrung zur Erforschung der Klimawandels begonnen. Rund 60 Meter weit bohren Wissenschaftler in den dauergefrorenen, sogenannten Permafrostboden auf Deutschlands höchstem Gipfel.

dpa GARMISCH-PARTENKIRCHEN. Auf der Zugspitze hat am Mittwoch eine Bohrung zur Erforschung der Klimawandels begonnen. Rund 60 Meter weit bohren Wissenschaftler in den dauergefrorenen, sogenannten Permafrostboden auf Deutschlands höchstem Gipfel.

In dem Bohrloch werden nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) ungefähr alle zwei Meter Temperatursensoren angebracht und 15 Jahre lang mögliche Veränderungen erfasst. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich der Permafrostboden angesichts des immer wärmeren Klimas verändert und ob er - wie vermutet wird - möglicherweise langsam auftaut.

Die Ergebnisse sollen in ein geplantes alpenweites Netzwerk zu Permafrostuntersuchungen einfließen, das EU-Projekt Permanet. Der Boden auf der Zugspitze wird dabei auch geologisch genau untersucht. So wird eine Spezialkamera in die Tiefe gelassen, um Klüfte und Hohlräume der inneren Gebirgsstruktur zu erkunden. Zudem würden sogenannte Extensiometer eingebaut, die feinste Verformungen innerhalb des Felses aufzeigen könnten, erläuterte LfU-Experte Andreas von Poschinger. Anschließend werde das Bohrloch wieder verschlossen, um unverfälscht die Innentemperaturen im Felsen messen zu können.

In Deutschland gebe es nur auf der 2 962 Meter hohen Zugspitze, am Allgäuer Hauptkamm und am Watzmannstock Permafrostböden. Die Zugspitze sei wegen ihrer guten Erschließung für die Bohrung gewählt worden. Diese wird quer in den Gipfelbereich getrieben. Finanziert wird das Projekt vom bayerischen Umweltministerium. Die Beobachtungen seien auch von praktischer Bedeutung, weil bei einem verstärkten Auftauen des Permafrostbodens mit einer Zunahme von Felsstürzen gerechnet werden müsse. Denn der Frost halte den felsigen Boden sehr fest zusammen.

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