Wissenschaft: Klimawandel verändert mitteleuropäischen Vogelbestand

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Klimawandel verändert mitteleuropäischen Vogelbestand

Der Klimawandel ist Mainzer Zoologen zufolge die entscheidende Ursache für die Veränderung des Vogelbestandes in Mitteleuropa.

dpa MAINZ. Der Klimawandel ist Mainzer Zoologen zufolge die entscheidende Ursache für die Veränderung des Vogelbestandes in Mitteleuropa. „Wir sehen teilweise drastische Entwicklungen, die allein auf die globale Erwärmung zurückgehen“, sagte Katrin Böhning-Gaese vom Institut für Zoologie der Johannes Gutenberg-Universität.

Als Grundlage für die Analyse dienten den Zoologen Daten von Hobby-Vogelkundlern am Bodensee zur Anzahl der verschiedenen Arten.

Südliche Arten wanderten neu nach Deutschland ein oder nähmen in ihren Beständen zu, sagte die Wissenschaftlerin. „Ich erwarte, dass noch weit mehr Klimaflüchtlinge aus dem Mittelmeerraum hier auftauchen.“ Einige bislang am Bodensee heimische Arten verlagerten ihre Brutgebiete dagegen weiter nach Norden. Die Temperatur in der Region habe im Untersuchungszeitraum zwischen 1980 und 2002 im Winter um 2,7 Grad Celsius und zur Brutzeit im Frühjahr um 2,1 Grad Celsius zugenommen.

Insgesamt sei die Zahl der Arten seit der ersten Kartierung von 141 auf 154 gestiegen. Unter anderem seien mediterrane Vögel wie die Felsenschwalbe und der Orpheusspötter beobachtet worden. „Seit Ende des Krieges war die Intensivierung der Landwirtschaft der wichtigste Faktor bei der Veränderung der Bestände“, sagte Böhning-Gaese. Dieser Einflussfaktor werde nun erstmals vom Faktor Klima weit übertroffen.

Die Ornithologen hatten für die Analyse in einer Auswahl von vier Quadratkilometer großen Gebieten jeweils am frühen Morgen die vorhandenen Vogelarten anhand von Aussehen und Gesang bestimmt. Die nächste Kartierung ist Böhning-Gaese zufolge für 2010 geplant.

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