Wissenschaft
Knie-Dynamo für Fußgänger liefert Strom für zehn Handys

Kanadische Forscher haben einen Knie-Dynamo für Fußgänger entwickelt, der genug Strom für elektrisch getriebene Prothesen, medizinische Implantate oder umgerechnet zehn Handys liefert.

dpa WASHINGTON. Kanadische Forscher haben einen Knie-Dynamo für Fußgänger entwickelt, der genug Strom für elektrisch getriebene Prothesen, medizinische Implantate oder umgerechnet zehn Handys liefert.

Das Gerät gewinnt die Elektrizität am Ende jener Phase, in der das Bein nach vorne schwingt und ohnehin gebremst werden müsse, wie die Gruppe um Max Donelan von der Simon-Fraser-Universität im kanadischen Burnaby berichtet. Damit ähnele das Verfahren der Technik von Hybridautos, die beim Bremsen Energie zurückgewinnen, heißt es im US-Fachjournal „Science“ (Bd. 319, S. 807). Dort ist von einer „biomechanischen Energie-Erntemaschine“ die Rede. Im normalen Schrittempo kommt sie auf eine elektrische Leistung von fünf Watt.

Das etwa 1,6 Kilogramm schwere Gerät ähnelt orthopädischen Kniestützen. Seitlich ist ein kleiner Generator montiert, der besonders in der letzten Phase der Bewegung - beim Vorausschwingen des Beins - angetrieben wird. Dabei bremst der Generator lediglich das Vorwärtsschwingen des Unterschenkels, erklärt Donelan. Normales Laufen ohne Knie-Dynamo kostete seine Probanden im Test eine Leistung von durchschnittlich 307 Watt. Mit dem Dynamo am Knie waren es 366 Watt, also rund 20 Prozent mehr. Dieser Mehraufwand sei noch inakzeptabel hoch, heißt es in „Science“. Er lasse sich aber aller Voraussicht nach durch neue, leichtere Versionen des Gerätes verringern. Damit könne auch noch mehr Bewegungs- in elektrische Energie gewandelt werden.

Sechs Freiwillige hatten den „Energie-Ernter“ auf einem Laufband getestet. Dabei wurden auch ihr Sauerstoff-Verbrauch und die Kohlendioxid-Produktion gemessen - daraus lässt sich der Energieumsatz der Probanden bestimmen. Einer von ihnen entlockte dem Dynamo beim Rennen eine elektrische Leistung von 54 Watt - dabei blieb allerdings unklar, wie viel zusätzliche Muskelleistung dieser Versuchsteilnehmer dafür aufwenden musste.

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