Wissenschaft
Knoblauch entspannt Adern

Die heilsame Wirkung von Knoblauch ist seit langem bekannt. Was genau das Zwiebelgewächs so gesund macht, konnten Wissenschaftler aber bislang nicht erklären. Jetzt haben US-Forscher das Rätsel gelöst - und den guten Ruf des Knoblauch endgültig bestätigt.

dpa NEW YORK/WASHINGTON. US-Forscher haben die lange bekannte, aber bisher nicht ergründete Heilwirkung von Knoblauch aufgeklärt. Demnach werden die chemischen Substanzen des Zwiebelgewächses von den roten Blutzellen des Menschen zum Botenstoff Schwefelwasserstoff H2S verwandelt.

Schwefelwasserstoff entspannt die Blutgefäße und verbessert dadurch die Blutzirkulation im Körper, wie Gloria Benavides und Kollegen von der Universität von Alabama in Birmingham in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (Pnas; online vorab veröffentlicht) berichten.

Volksglauben und Medizin schreiben Knoblauch seit langem eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Den Autoren zufolge senkt das Zwiebelgewächs das Risiko für Herzerkrankungen durch Bluthochdruck, erhöhtes Blutfett (Cholesterin) und andere Faktoren. In Bevölkerungsgruppen, die viel Knoblauch verzehren, gebe es deshalb auch weit weniger Probleme mit hohem Blutdruck, heißt es in dem Fachjournal. Jetzt mehrten sich die Hinweise darauf, dass die positive Wirkung dem Schwefelwasserstoffeffekt zuzuschreiben sei.

Das Benavides-Team machte im Labor die Probe aufs Exempel und gab Spuren von Knoblauchsaft zu roten Blutzellen. Diese sonderten unverzüglich den Botenstoff H2S ab, wie die Autoren berichten. Weitere Experimente zeigten, dass sich der Umwandlungsprozess hauptsächlich in der Membran der roten Blutzellen abspielt. Die Forscher glauben, dass sich Menschen mit einer Abneigung gegen Knoblauchgeruch dessen positive Wirkung zumindest in Tablettenform gönnen sollten.

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