Wissenschaft
Knochen dienen als Hormonspender

US-Forscher haben eine bisher unbekannte „Drüse“ im menschlichen Körper entdeckt: Auch Knochen produzieren ein Hormon. Der Botenstoff Osteocalcin spielt eine wichtige Rolle zur Vorbeugung von Diabetes.

dpa NEW YORK. US-Forscher haben eine bisher unbekannte „Drüse“ im menschlichen Körper entdeckt: Auch Knochen produzieren ein Hormon. Der Botenstoff Osteocalcin spielt eine wichtige Rolle zur Vorbeugung von Diabetes.

Den überraschenden Fund stellen Gerard Karsenty von der Columbia Universität in New York und Kollegen im Fachjournal „Cell“ vom Freitag vor. Das vom Skelett abgesonderte Osteocalcin reguliere den Blutzucker und die Anlage von Fettpölsterchen.

„Durch die Erkenntnis, dass unsere Knochen auf eine Weise, die uns bisher verschlossen geblieben war, über den Blutzucker wachen, gewinnen wir ein völlig neues Verständnis von der Funktion des Skelettes“, kommentierte Karsenty. Sein Team fand, dass das Hormon Osteocalcin nicht nur den Ausstoß von Insulin ankurbelt, sondern auch die Empfänglichkeit für Insulin erhöht. Damit beugte es im Tierversuch der Entwicklung von Diabetes Typ zwei (Altersdiabetes) und zur gleichen Zeit der Fettleibigkeit vor.

Dem Bericht in „Cell“ zufolge regt Osteocalcin die Betazellen der Bauspeicheldrüse zum erhöhten Ausstoß von Insulin an. Gleichzeitig bringt es die Fettzellen im Körper dazu, das Hormon Adiponectin freizusetzen und ebnet damit wiederum den Weg zur erhöhten Empfindlichkeit des Körpers für Insulin. Die Forscher erhöhten die Osteocalcin-Werte bei Mäusen und stellten fest, dass die kleinen Nager trotz fettreicher Nahrung nicht runder wurden und von Diabetes verschont blieben. Daraus schließt das Team, dass Patienten mit Diabetes, die erfahrungsgemäß niedrige Osteocalcin-Werte im Blut haben, von einer Therapie mit diesem Hormon möglicherweise profitieren könnten.

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